Ölpest bei Genua dringt ins Mittelmeer vor

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Ölpest bei Genua
Ölpest bei Genua

Das vor einer Woche aus einer Pipeline bei Genau ausgelaufene Erdöl droht das Mittelmeer zu verseuchen. Zunächst war das Öl durch eine eilig errichtete Barriere eingedämmt worden und die Ölpest schien unter Kontrolle. Doch anhaltender Starkregen hat einen Teil der Barriere zerstört und das Öl floss ins Mittelmeer. Die Genoveser Hafenbehörde musste den Notstand ausrufen. Mittlerweile soll sich die Lage jedoch etwas gebessert haben.

Zu dem Unglück war es vergangenen Sonntag gekommen, nachdem eine unterirdische Pipeline gebrochen war, die eine Ölraffinerie mit dem Hafen Genuas verbindet. Das ausgetretene Öl floss in den Fluss Polcevera und mehrere Kanäle. Die Behörden errichteten eiligst Barrieren um zu verhindern, dass das Öl ins Mittelmeer gelangt. Dennoch berichteten Augenzeugen, dass bereits sechs bis zu fünf Kilometer lange Öllachen im Mittelmeer gesichtet worden seien. Auch Stände am Ufer des Flusses sollen bereits verschmutzt sein.

Die ganz große Katastrophe schien mit den Barrieren jedoch vermieden. Der Minister für Infrastruktur Graziano Delrio sprach von einer heiklen Situation, die aber unter Kontrolle sei. Dann allerdings zerstörten anhaltende Regenfälle eine der fünf Blockaden. Von den insgesamt 500 Tonnen Öl sollen mittlerweile bereits 50 Tonnen ins Meer gelangt sein.

Die italienische Hafenstadt rief daraufhin am Samstag den lokalen Notstand aus. Der für den Katastrophenschutz zuständige Stadtrat Gianni Crivello sagte, die Situation sei kompliziert. Zudem räumte er ein, nicht zu wissen, wie viel Öl noch ins Meer fließen könne. Helfer des Katastrophenschutzes versuchen nun, die zerstörte Barriere wieder aufzubauen und eine Schutzkette zu errichten.

Gestern Abend berichtete der Genoveser Hafenkommandant Giovanni Pettorino dann, dass sich die Lage gebessert habe. Durch den Regen hätten sich die Öllachen verkleinert. „Das Öl wird Frankreich nicht erreichen“, so Pettorino. Dennoch sind 500 Tonnen Öl ausgetreten und ein unbestimmter Teil davon wird wohl nicht so schnell beseitigt werden können. Der Fluss, die betroffenen Stände und Teile des Mittelmeers werden noch viele Monate mit giftigen Ölrückständen verseucht sein.

Wie viele Tiere und Pflanzen diesmal wegen unserem Öl sterben müssen ist noch nicht absehbar. Und auch für die Anwohner bedeutet die Ölpest ein potenzielles Risiko. Es sei unvermeidbar, dass Giftstoffe über Muscheln und Fische in die Nahrungskette gelangten, sagte ein italienischer Umweltchemiker der Tageszeitung „La Repubblica“.

Quelle: Tagesschau / dpa

 

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