Öko-Kämpfer Al Gore: „Deutschland muss vorangehen“

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Al Gore und Kevin Wall bei einer Pressekonferenz
Al Gore und Kevin Wall bei einer Pressekonferenz

Al Gore, Ex-Vizepräsident der Vereinigten Staaten, bringt nach zehn Jahren nun den zweiten Öko-Thriller heraus: „Immer noch eine unbequeme Wahrheit“. Auch wenn viele Al Gores Inszenierungen kritisch hinterfragen, hat er ein paar interessante Fakten parat. Von Deutschland erwartet der Öko-Kämpfer, dass wir Vorreiter einer neuen Klimapolitik werden. (Fokus: Unsere Erde brennt)

Al Gore: Er hat 33 Solarmodule auf seinem Haus, fährt einen Tesla und ernährt sich vegan. Er besitzt eine eigene Farm, um die Emissionen auszugleichen, die er vor allem durch seine zahlreichen Flüge verursacht. Der Öko-Kämpfer redet seit Jahren gegen den Klimawandel an. Nun ist der Öko-Kämpfer mit dem zweiten Film erneut großflächig an die Öffentlichkeit getreten. Seine Message: Wir können den Kampf gegen den Klimawandel noch gewinnen. Denn die grüne Revolution, die uns mit sauberer Energie versorgt, ist größer als die Industrielle Revolution und geschieht schneller als die Digitale.

110 Megatonnen

„Das ist die Menge Kohlendioxid, die wir in die Atmosphäre jagen und die dort zum Teil für 1000 Jahre verbleibt“, so Al Gore. Dennoch zeigt sich der Ex-Vizepräsident optimistisch, denn vieles trete sehr viel schneller ein, als man denkt. Dies gelte für Teile der Technologieentwicklung, für politische und soziale Revolutionen, aber auch für die Reduktion der menschenverursachten CO2-Emissionen.

7,55 Milliarden Menschen

Die Zahl unserer derzeitigen Weltbevölkerung. Einer Prognose der United Nations (UN) zufolge sollen es bis 2100 sogar 11,2 Milliarden Menschen sein. „Die Kapazität der Erde hat mit den Technologien zu tun, die wir verwenden, der Höhe des Konsums, der Art der Energie, die wir verbrauchen“, so Al Gore. Probleme bekommen würden vor allem Länder in Afrika und Südostasien. Afrika wird bis 2100 schätzungsweise auf 4,5 Milliarden Menschen anwachsen. Was gilt zu tun? „Bildung und Rechte für Frauen, Zugang und Möglichkeiten der Verhütung und Geburtenkontrolle für alle und Reduzierung der Kindersterblichkeit“, erklärt der Öko-Kämpfer. Dafür sollten vor allem die reichen Länder wie Deutschland sorgen.

Filmkritik

Die Süddeutsche zeigt sich Al Gores neuer Doku gegenüber dennoch skeptisch: „Wer ins Kino geht, weil er sich für den Klimawandel interessiert, wird hier kaum Neues lernen.“ Der zehn Jahre alte Film „Eine unbequeme Wahrheit“ wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt der Al Gore, zusammen mit anderen Wissenschaftlern des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), den Friedensnobelpreis. Für herausragendes ökologisches Engagement.

Den ersten Film des Öko-Kämpfers bezeichnet die Süddeutsche als „recht wirkmächtige Waffe gegen die Klimawandelleugnungsmafia“, vor allem in den Vereinigten Staaten. Doch sein zweiter Film, der jetzt in den Kinos läuft, scheint zum Teil auch eine Selbstinszenierung. „Was soll dieser hagiografische Bilderbogen?“ und „Was interessiert mich da dieser alte, reiche Mann“?