Treibhausgasemissionen bis 2100 auf null senken

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OECD Climate Change Mitigation
OECD Climate Change Mitigation

2°C lautet die magische Grenze! Ein höherer Temperanstieg könnte schwere und irreversible Auswirkungen auf die Ökosysteme, erhebliche Störungen der Agrarsysteme und Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit zur Folge haben – in diesem Jahrhundert und darüber hinaus. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass der Anstieg der Temperatur deutlich höher sein wird, ist Befürchtungen der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zufolge sehr hoch.

Um dieses Ziel, den Anstieg der durchschnittlichen globalen Temperatur auf weniger als 2°C zu begrenzen, noch verwirklichen zu können, müssten die globalen Treibhausgasemissionen (THG) bis 2050 um 40-70% unter das Niveau von 2010 gesenkt werden und bis 2100 bei nahezu null liegen oder negativ sein.

Der Bericht des OECD zeigt Trends und Fortschritte der Klimaschutzpolitik in den 34 OECD-Mitgliedsländern, der Europäischen Union und 10 Partnervolkswirtschaften (Brasilien, die Volksrepublik China, Costa Rica, Indonesien, Indien, Kolumbien, Lettland, Litauen, die Russische Föderation und Südafrika). Ziel ist dabei, die Transparenz zu erhöhen, das Verständnis der Klimaschutzziele zu verbessern und aufzuzeigen, in welchem Ausmaß CO2-Preismechanismen und andere Politiken zur Reduzierung von THG-Emissionen in den verschiedenen Wirtschaftssektoren umgesetzt wurden.

Hinsichtlich der Klimaschutzpolitik wurden im Allgemeinen folgende Entwicklungen festgestellt:

  • Die aggregierten THG-Emissionen der untersuchten Länder sind seit den 1990er Jahren gestiegen, obwohl die THG-Emissionen je BIP-Einheit in fast allen Fällen zurückgegangen sind.
  • Der Einsatz kohlenstoffarmer Energiequellen nimmt zwar zu, die meisten Länder gewinnen die für ihre Wirtschaft erforderliche Energie jedoch nach wie vor aus fossilen Energieträgern und fördern weiterhin die Produktion und den Verbrauch von fossilen Energieträgern.
  • Die Energiesteuern werden allmählich neu ausgerichtet, um den CO2-Gehalt der Energieträger widerzuspiegeln, und immer mehr Staaten und Regionen nutzen CO2-Steuern, um explizit einen Preis für CO2-Emissionen einzuführen.
  • Auf immer mehr internationalen, nationalen und subnationalen Verwaltungsebenen werden Emissionshandelssysteme (ETS) eingeführt, die Emissionsrechtepreise sind jedoch niedrig.
  • Mehrere der untersuchten Länder haben ihre Fördermaßnahmen für erneuerbare Energien in der letzten Zeit reformiert, wobei sie weniger auf Einspeisetarife und stärker auf Einspeiseprämien und wettbewerbliche Ausschreibungsverfahren zurückgreifen.
  • Die öffentlichen energiebezogenen Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Demonstration (FuEuD) im Verhältnis zum BIP sind nach wie vor niedrig, wenngleich der Anteil der energiebezogenen FuEuD-Ausgaben steigt, der für kohlenstoffarme Energietechnologien wie Energiespeicherung, intelligente Netze, fortschrittliche Kraftstoffe und Fahrzeuge sowie CO2-Abtrennung und -Speicherung (CCS) bereitgestellt wird.

Während die meisten der untersuchten Länder bisher nur begrenzte Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen aus der Landwirtschaft ergriffen haben, haben einige Länder deutliche Fortschritte bei der Reduzierung der Entwaldung erzielt und bekämpfen THG-Emissionen aus anderen Nichtenergiesektoren.

Insgesamt haben sich fast alle Länder, die in dem Bericht betrachtet wurden, im Rahmen des UNFCCC oder des Kyoto-Protokolls zu Klimaschutzzielen oder -teilzielen verpflichtet. Dabei hängt die jeweilige Art und Tragweite dieser Ziele von den nationalen Umständen ab. Viele haben auch bereits angekündigt, ab 2020 national festgelegte Beiträge (Intended Nationally Determined Contributions – INDC) festzulegen. Ob es wirklich zu solchen Beschlüssen in den jeweiligen Ländern kommen wird und wie umfangreich diese dann gegebenenfalls sein werden, bleibt allerdings abzuwarten. Selbst wenn die bisher angekündigten INDC und nationalen Ziele vollständig erreicht werden sollten, wird das verbleibende globale Kohlenstoffbudget bis ungefähr zum Jahr 2040 erschöpft sein, falls keine entschlosseneren Maßnahmen ergriffen werden.

Quellen:
http://www.oecd.org/environment/meeting-climate-goals-will-require-stronger-policies-to-cut-emissions.htm
http://www.keepeek.com/Digital-Asset-Management/oecd/environment/climate-change-mitigation/summary/german_21fea31c-de#page1

 

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