Obama: Keine Ölbohrungen in Arktis und Atlantik

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Obama will Ölbohrungen verbieten
Obama will Ölbohrungen verbieten

US-Präsident Barack Obama will Öl- und Gasbohrungen in der Arktis und großen Teilen der Atlantikküste verbieten lassen. Das berichtete jetzt der Londoner Guardian. Für die Öl- und Gasindustrie wäre ein Verbot katastrophal – für den Klima- und Umweltschutz hingegen wäre es ein gewaltiger Schritt nach vorne.

Erst letztes Jahr hatte Obama mit der Entscheidung für kon-troverse Debatten gesorgt, dem Ölkonzern Shell Bohrungen in der Arktis zu genehmigen. Umweltschützer auf der ganzen Welt warnten vor den weitreichenden Folgen, die eine mögliche Katastrophe für die unberührten Ökosysteme hätte. Klima-schützer verwiesen darauf, dass die dortigen Reserven im Boden bleiben müssen, damit die globale Erwärmung nicht außer Kontrolle gerate. Obama jedoch verteidigte seine Entscheidung. Es sei besser, nationale Vorräte fossiler Rohstoffe auszubeuten, als von Importen abhängig zu sein.

Jetzt hat es sich Obama offenbar anders überlegt. Am Dienstag veröffentlichte der Guardian eine Meldung, wonach der US-Präsident die Öl-und Gas-Förderung in der Arktis und Teilen der Atlantikküste ab sofort verbieten will. Alle noch laufenden Bohrprojekte sollen bis zum Jahr 2022 eingestellt werden. Die US-Innenministerin Sally Jewell sagte: „Wir wissen, dass die Arktis ein einzigartiger Ort von entscheidender Bedeutung ist“. Es sei wahrscheinlich, dass dort keine neuen Bohrgenehmigungen mehr erteilt werden.

Vorangegangen waren der Entscheidung zahlreiche Proteste von Küstengemeinden, die eine ähnliche Katastrophe wie vor sechs Jahren im Golf von Mexiko befürchten. Damals waren durch einen sogenannten Blowout an der Bohrinsel Deepwater Horizon des Ölkonzerns BP über 750 Millionen Liter Erdöl und große Mengen Methan ins Meer gelangt. Die Folgen für die gesamte Region waren katastrophal. Viele Schäden sind noch heute sichtbar.

Sollte sich so etwas in der US-Küstenregion am Atlantik ereignen, wären die Folgen für Umwelt und Wirtschaft dramatisch. Noch schlimmer würde es die Arktis treffen – eine der letzten weitgehend unberührten Landschaften der Erde. Dort leben zahlreiche empfindliche Meerestiere, wie das Walross und der Grönlandwal. Auch Hilfsmaßnahmen für die Besatzungen der Bohrinseln wären im Falle eines Unfalls schwierig. Die See gilt als unberechenbar und stürmisch, die nächsten großen Städte sind tausende Kilometer entfernt.

Nach Obamas umstrittener Bohrgenehmigung im Sommer 2015 hatte der Ölkonzern Shell versucht, in der Region Fuß zu fassen. Doch nach einigen Monaten brach Shell das Projekt überraschend ab. Die Ausbeutung in dieser schwierigen Region sei nicht rentabel, hieß es in der Begründung. Dennoch ist die Arktis für die fossile Industrie als potenzielles Fördergebiet weiterhin äußerst interessant. Experten vermuten dort rund bis zu einem Fünftel der noch nicht lokalisierten Öl- und Gasreserven der Erde.

Obamas überraschender Schritt folgt auf ein Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau letzte Woche. Dabei einigten sich die beiden Staatschefs darauf, dass alle künftigen Öl- und Gasexplorationen in der Polarregion „wissenschaftlichen Standards beider Nationen folgen sollen, die eine angemessene Vorbereitung an Arbeiten in arktischen Bedingungen gewährleisten“.

Quelle: The Guardian

 

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