Nutztiere in der Stadt – Aquakultur im Garten

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Selbstversorgung - Aquakulturen
Selbstversorgung - Aquakulturen

Meistens denkt man bei dem Begriff „Selbstversorgung“ doch eher an ländliche Weite, urige Bauernhöfe, viele Tiere und eine ganze Menge Arbeit. Dabei gibt es richtig viel, was man auch in der Stadt tun kann! Und weil das viel Freude macht und das meiste davon gar nicht so schwer ist, geht es in unserer Samstagsserie um die wichtigsten Möglichkeiten.

Teil VI: Aquakultur im Garten

Grundsätzlich bedeutet Aquakultur: die kontrollierte Aufzucht von aquatischen, also im Wasser lebenden Organismen, wie Fischen, Muscheln, Krebsen und Algen.

In der Permakultur spielt die Aquakultur, insbesondere in Form von Teichen, eine wichtige Rolle. Permakultur, das heißt „permanente Agrikultur“, und bedeutet, ökologische Systeme zu erschaffen, die mit minimalem Aufwand und Eingriff das liefern, was der Mensch zum Leben braucht. Sie sind an natürliche Ökosysteme angelehnt und erhalten sich optimalerweise ein Stück weit selbst.

Variante I: Teiche

  • Teiche dienen in permakulturellen Systemen als
  • Temperaturspeicher,
  • Wasserspeicher und
  • zur Zucht von Fischen und essbaren Wasserpflanzen.

Sie sind aufwandsarm, bieten Lebensraum für verschiedenste weitere Lebewesen und können genutzt werden, um drumherum kleine Mikroklimata zu erschaffen, in denen dann wiederum Pflanzen wachsen können, die höhere oder gleichmäßigere Temperaturen benötigen, als normalerweise vorhanden.

Bestehende Teiche umwandeln

In so manchem Garten gibt es bereits einen Teich – der jedoch ist meistens bestückt mit Zierfischen, die mitunter auch noch gefüttert werden müssen.

Ein solcher Teich kann mit essbaren Fischen und Pflanzen bestückt und – bei Bedarf – auf naturnahere Weise umgestaltet werden.

Neue Teiche anlegen

Wer den Platz dafür hat, ob im eigenen (Stadt-)Garten oder auch im Gemeinschaftsgarten, der kann sich ans Neuanlegen eines Teiches machen. Besonders gut eigenen sich leicht schattige Stellen an tief gelegenen Stellen – also genau dort, wo sich bei Regen am ehesten Pfützen bilden.

Im Hausgarten sind Teiche verbreitet, die mit Folie abgedichtet werden. Es ist grundsätzlich aber auch möglich, Teiche „naturnaher“, zum Beispiel mit Mist abzudichten.

Die Fische

Welche Fische in Frage kommen, ist abhängig vom Standort, Klima und vom verfügbaren Platz. Interessant in Mitteleuropa können zum Beispiel Regenbogenforellen und Karpfen sein.

Zum ganz großen Einsatz kommen Teiche in den permakulturellen Systemen von Sepp Holzer: 

Variante II: Aquaponik

Aquaponik (zusammengesetzt aus Aquakultur und Hydroponik) ist eine Sonderform der Aquakultur. Dabei geht es um Systeme, die in sich geschlossen sind und zur gleichzeitigen Produktion von Pflanzen und Fischen dienen.

Ganz grob lässt sich Aquaponik so erklären: es gibt Behälter mit Fischen und Behälter mit Pflanzen. Die Ausscheidungen der Fische dienen als Dünger für die Pflanzenproduktion. Die Pflanzen sorgen wiederum für sauberes Wasser für die Fische.

Im Grunde nutzt Aquaponik das selbe Prinzip wie in jedem natürlichen Teich – nur aufgeteilt auf verschiedene Behälter und damit

  • leichter zu handhaben und
  • auch in der Stadt, selbst in Gebäuden oder auf dem Balkon anwendbar.

Interessant sind die Systeme vor allem dadurch, dass sie überwiegend geschlossene Kreisläufe abbilden und damit aufwandsarm sind. Sie sind einfach zu kontrollieren, wodurch sich Überdüngung vermeiden lässt.

Die Fische müssen jedoch gefüttert werden und in gemäßigten Klimazonen kann zusätzlicher Energiebedarf zur Temperierung des Wassers notwendig sein. Frischwasser muss nur bei Verlusten durch Absorption durch die Pflanzen, Evapotranspiration oder nach der Entnahme von Biomasse aus dem System zugeführt werden.

Na, Lust bekommen, selbst Teiche anzulegen, Hühner oder Bienen zu halten, zu gärtnern, zu sammeln und haltbar zu machen?

Oder hast Du weitere Ideen für mehr Selbstversorgung in der Stadt? Dann gerne ab damit in die Kommentare!

In weiteren Teilen dieser Serie geht es um selbst gemachte Naturmedizin und Kosmetik, DIY, Recycling, Upcycling und vieles mehr, was auch in der kleinen Stadtwohnung möglich ist.

Das Projekt „StadtSelbstversorger“ hat sich übrigens der Selbstversorgung in der Stadt verschrieben. Mehr Infos sowie Links und Artikel gibt es auf Facebook.

Erfahre mehr über die Möglichkeiten und die Philosophie der Selbstversorgung und nachhaltigen Landwirtschaft. Ab sofort immer samstags auf cleanenergy-project.de.

Mehr von der freien Autorin Nadine Wahl gibt es auf www.nadinecarolin.com sowie bei Facebook und Instagram.

 

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