Norwegen baut intelligentes Netz

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Smart Meter

Norwegen will bis 2017 für Milliarden von Euros ein intelligentes Stromnetz aufbauen. Einige Pilotprojekte sollen schon jetzt gestartet werden.

Um eine flächendeckende, sogenannte Advanced Metering Infrastruktur für ein intelligentes Stromnetz in Norwegen aufzubauen, schätzen Experten die dafür erforderlichen Investitionen auf knapp 5,4 Milliarden Euro.

Gewaltiges IKT-Programm

Hinter dem geplanten Aufbau eines flächendeckenden Smart Grids verbirgt sich nicht nur eine gewaltige Energieinfrastruktur, sondern auch enorme Investitionen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Grund dafür sind die intelligenten Boxen mit Computern, die bei den Endabnehmern installiert werden müssen und Schnittstellen zum Internet haben. Fachleute schätzen den Bedarf für Norwegen auf 2,8 Millionen Rechner. Ferner stellt ein solches System hohe Anforderungen an die unterstützende Software für eine reibungslose Datenkommunikation bei gleichzeitiger Optimierung der IT-Sicherheit.

Unternehmen aus dem Bereich der Elektronikforschung, Systembetreiber und Technologieanbieter haben sich vor zwei Jahren zum Norwegian Smartgrid Centre zusammengeschlossen. Ziel ist es, ein Smart Grid Labor aufzubauen, das Industrieunternehmen die Erforschung von Kontroll- und Kommunikationssystemen für den Aufbau eines landesweiten, intelligenten Stromnetzes in Norwegen ermöglichen soll. Zusammen mit der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegen und dem Forschungsinstitut SINTEF führt das Centre ein entsprechendes Demo-Projekt durch. Neben einer Trafo-Station sind 250 Umspannwerke und ein Elektrizitätswerk in das Vorhaben eingebunden. Insgesamt 4.500 Privathaushalte und Unternehmen sollen Smart Meter erhalten, die den Energieverbrauch anzeigen und eine Strompreisfindung in Echtzeit ermöglichen.

Zahlreiche Pilotprojekte

Das norwegische Verteilerunternehmen Hafslund Nett AS verfolgt ebenfalls ein Smart Grid Pilotprojekt. So sollen bis 2017 rund 550.000 intelligente Stromzähler im Großraum der Landeshauptstadt Oslo installiert werden. Ein kleineres Smart Grid Pilotprojekt wurde auf den Hvaler-Inseln im östlichen Teil des Oslo-Fjords gestartet. Geplant sind dabei 6.700 Messstationen. Träger ist das Unternehmen Fredrikstad Energinett AS.

Im Rahmen eines weiteren Demo-Projekts will das norwegische Unternehmen Lyse Energi AS mehrere Tausend Haushalte in Südwestnorwegen ab 2013 mit intelligenten Stromzählern ausrüsten. Darüber hinaus soll in den nächsten drei Jahren das Stromnetz im südlichen Teil der Provinz Rogaland um Stavanger ausgebaut und modernisiert werden. Vorgesehen sind dabei unter anderem größere Umspannwerke und die Verbesserung der Energieeffizienz in den Überwachungssystemen.

Daniel Seemann

 

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