Niederländer entdeckt salzresistente Kartoffel

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salzresistente Kartoffel
Kartoffelsorte, die salzresistent ist

Der Holländer Marc van Rijsselberghe könnte einen Weg gefunden haben, das weltweite Hungerproblem zumindest teilweise zu lindern. Dem Farmer ist es anscheinend gelungen, eine Kartoffelsorte anzubauen, die mit Meerwasser bewässert werden kann – ohne Schaden davonzutragen. Die salzresistente Kartoffel hat letztes Jahr sogar einen Wettbewerb der US-Regierung gewonnen. Nun wurden die Knollen nach Pakistan geschickt, um in einer Feldstudie herauszufinden, wie sie auf die besonders salzhaltigen Böden der Region reagieren. Sollten die Tests positiv ausfallen, könnte die Wunderknolle für viele Menschen der Erde eine große Chance bedeuten.

Viele Umweltexperten und Regierungen auf der ganzen Welt sehen in der globalen Wasserknappheit eines der größten Probleme der heutigen Zeit. Heute lebt ein Fünftel der Weltbevölkerung in Gebieten ausgeprägter Trockenheit. Die rasch voranschreitende globale Erwärmung verschärft die Problematik noch weiter.

Der Boden in diesen Gebieten ist oft stark salzhaltig. Weltweit müssen 250 Millionen Menschen Nahrungsmittel auf solchen Böden anbauen, was oft extrem schwierig ist und nur geringe Ernten einbringt. Die Menschen dort müssen deshalb oft mit nur wenigen Nahrungsmitteln auskommen, viele von ihnen leiden Hunger.

Leider gibt es auf unserem Planeten fast keine Nutzpflanzen, die in Böden mit hohem Salzgehalt gut zurechtkommen – zumindest bis jetzt. Der niederländische Farmer Marc van Rijsselbergh könnte  die Lösung für diese Menschen in den Händen halten. Durch ausgedehnte Experimente hat er eine Kartoffelsorte entdeckt, die mit Salzwasser gegossen werden kann und die möglicherweise auch auf salzhaltigen Böden gut gedeiht.

Bei seinen Versuchen mit den verschiedenen Knollen fand er heraus, dass eine bestimmte Sorte bis zu einer Zugabe von rund 3800 Milligramm Chlorid pro Liter Gießwasser ganz normal weiter wächst. Das entspricht einer Gesamtmenge von 20 Prozent Meerwasser bei der Bewässerung. Experten waren bisher davon ausgegangen, dass eine derartige Salzkonzentration die Pflanze abtöten müsse, schreibt der Niederländer auf seiner Homepage.

Doch diese salzresistente Kartoffel zeigte sich gänzlich unbeeindruckt. Der 59-jährige Farmer und der Forscher Arjen de Vos von der freien Universität Amsterdam untersuchen seitdem auf der niederländischen Salt-Farm Texel die Auswirkungen unterschiedlicher Salzkonzentrationen auf die Knollen und nahmen mit ihrer Vorzeigesorte sogar an einem Wettbewerb des Entwicklungshilfeprojekts der US-Regierung „USaid“ teil. Dort gewannen sie vor 560 Bewerbern aus 90 Ländern.

Daraufhin wurde die „Salzkartoffel“ nach Pakistan geschickt um herauszufinden, wie sie auf die dortigen klimatischen Bedingungen und die stark salzhaltigen Böden reagiert. Sollte das Experiment erfolgreich sein, könnte das Hilfe für Millionen Menschen weltweit bedeuten und helfen, die Nahrungsmittelknappheit in vielen Regionen zumindest teilweise auszugleichen.

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Für van Rijsselberghe ist die salzresistente Kartoffel jedoch erst der Anfang. Das Potenzial sei vielfältig, Würde man etwa eine Grassorte entdecken die Salz vertrage, könne das einen Riesenunterschied bei der Bewässerung von Rasenflächen gerade in Entwicklungsländern bedeuten, sagte er dem guardian. Die Natur hätte der Menschheit schon eine helfende Hand ausgestreckt. Wir hätten das bisher nur noch nicht erkannt.

 

One Response

  1. Martin Uffmann

    12. März 2015 18:22

    Wenn sich die positiven Ergebnisse auch im Feldversuch bewahrheiten, könnte dies wirklich der erste Schritt zur erfolgreichen Bekämpfung von Hungersnöten sein. Bleibt nur zu hoffen, dass Monsanto und Co. so ein Projekt nicht abwürgen bzw. übernehmen. Obwohl es den Hungernden wohl herzlich egal ist, wer ihnen hilft oder wie ihnen geholfen wird.

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