Neues Klimaabkommen für Nordamerika unterzeichnet

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Energiewende: Neues Klimaabkommen Nordamerika unterzeichnet
Energiewende: Neues Klimaabkommen Nordamerika unterzeichnet

50 Prozent „sauberer“ Strom bis 2025: Dies ist das Ziel des Klimaabkommens, das U.S. Präsident Barack Obama, der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau und der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto vergangene Woche in Ottawa unterzeichneten. Es ist ein Teil der Umsetzung des Pariser UN-Klimarahmenabkommens vom vergangenen Dezember.

Dies ist allerdings nicht mit 50 Prozent erneuerbarem Strom bis 2025 gleichzusetzen. Denn „carbon-free-electricity“ schließt laut dem Abkommen auch Atomstrom und Strom aus Anlagen mit CO2-Abscheidung ein. Doch nach Einschätzung der ein-flussreichen U.S. Solar Energy Industries Assocation (SEIA) bietet das in den deutschen Medien kaum beachtete Abkommen große Chancen für den verstärkten Ausbau der Solarenergie.

Ein „historischer Schritt“ sei auch, das vereinbarte Ziele Subventionen für fossile Energien bis 2025 abzuschaffen und in Clean-Energy-Projekte zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur sozialen Abfederung zu investieren, so SEIA Präsident Tom Kimbis.

Einen großen Schub für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Nordamerika verspricht sich der SEIA-Präsident durch den vereinbarten Ausbau der grenzüberschreitenden Stromnetze zu Kanada und Mexiko. Dies ermöglicht künftig einen verstärkten Export und Import nicht nur von Strom aus Wasser- und Windkraft, sondern auch günstigen Solarstroms aus Solarparks über die Landesgrenzen hinweg.

Teils wird Solarstrom aus großen Anlagen im sonnenreichen Südwesten des Kontinents schon für unter vier Cents pro Kilowattstsunde verkauft, so beispielsweise in einem Projekt von First Solar in Nevada mit NV Energy. Als einen sehr wichtigen Schritt sieht Kimbis auch die vorgesehene Stromversorgung für öffentliche U.S. Liegenschaften und Gebäude bis 2025 mit 100 Prozent erneuerbarem Strom.

Im vergangenen Jahr wurden in den USA 32 Prozent des Stroms aus nicht-fossilen Quellen erzeugt, neben Windkraft und Photovoltaik vor allem Atomstrom und Wasserkraft. Bis 2023 soll nun der Anteil des er-neuerbaren Stroms in den USA auf mindestens 23 Prozent gesteigert werden und der Anteil des Atomstroms auf mindestens 18 Prozent reduziert werden.

Kimbis rechnet jedoch damit, dass Atomstrom aufgrund Sicherheits- und Kostenaspekten noch stärker zurückgefahren wird. Jüngst entschied beispielsweise der große kalifornische Energieversorger Pacific Gas and Electric (PGE) sein letztes Atomkraftwerk in Diablo Canyon nördlich von Los Angeles spätestens 2025 abzuschalten.

Der Anteil des „kohlenstofffreien“ Stroms in Kanada, Mexiko und den USA lag im vergangenen Jahr insgesamt bei 32 Prozent.

 

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