Keine Rote Liste für das Great Barrier Reef

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Great Barrier Reef
Der australische Umweltminister will mit einem neuen Aktionsplan das Great Barrier Reef künftig besser schützen

Das Great Barrier Reef gehört zu einem der Sieben Weltwunder der Natur. 1981 wurde das weltgrößte Korallenriff offiziell zum Weltnaturerbe erklärt. Doch inzwischen steht es schlecht um das Riff. Denn durch mehrere Umwelteinflüsse gibt es immer mehr Korallenbleichen und immer größere Teile sterben ab. Aus diesem Grund war die Unesco bereits seit einiger Zeit kurz davor, es auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen. Nun konnte der australische Umweltminister dieses Vorhaben mit einem neuen Aktionsplan zum Schutze des Riffs abwenden.

Das atemberaubende Great Barrier Reef ist seit Jahren bedroht. Denn durch die erhöhte CO2-Aufnahme verändert sich der pH-Wert des Wassers, sodass die Korallen an ihrer Kalkbildung gehindert werden. Auf Grund dieser Übersauerung und der steigenden Meerestemperaturen starben zwischen 1985 und 2012 bereits die Hälfte aller Korallen. Da die australische Regierung bisher nicht allzu viel für den Schutz des Riffs getan hat, drohte die Unesco immer wieder damit es auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen. Doch nun konnte Australiens Umweltminister Josh Frydenberg das Komitee mit einem neuen Aktionsplan doch noch vom Gegenteil überzeugen.

Gegenüber dem Radiosender ABC sprach er dabei von einem „großen Gewinn für Australien“. Als eine der größten Touristenattraktionen sei das Riff ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor für das gesamte Land. Denn allein die Besucher bringen Australien jährlich 6,4 Millionen Australische Dollar ein. Desweiteren hängen 64.000 Jobs direkt oder indirekt mit dem Riff zusammen. Ein absterben des 344.000 Quadratmeter großen Riffs würde also ein großes Problem für das Land darstellen. Erst kürzlich wurde der Wert des Great Barrier Reefs auf 56 Milliarden Australische Doller geschätzt. Dabei setzt sich dieser Wert eben aus den Einnahmen des Tourismus und den daran hängenden Arbeitsplätzen zusammen.

Zum besseren Schutz soll es laut Aktionsplan verschiedene Maßnahmen geben, die zur Verbesserung des Ökosystems des Riffs beitrage sollen. Dazu will die Regierung nun unter anderem 2 Milliarden Australische Doller investieren, um die Wasserqualität zu verbessern. Dies ist auch dringend nötig, denn das Great Barrier Reef erlebte bereits das zweite Jahr in Folge eine Korallenbleiche. Laut Experten braucht ein solches Riff allerdings fünf Jahre zwischen zwei Bleichen, um sich wieder erholen zu können.

 

Quellen: Der Westen, Die Zeit