Neue Wolken am Himmel

,


© Jenny Downing

Seit mehr als 100 Jahren dient der Wolkenatlas Meteorologen als wichtigstes Standardwerk zur Wettervorhersage. Nach ganzen 30 Jahren ist nun eine neue ergänzte und aktualisierte Auflage erschienen. Sie vereint jahrhundertealtes Wissen mit moderner Technik. Der neue Atlas soll helfen verschiedenste Wolken einheitlich beschreiben zu können, um präzisere Vorhersagen treffen zu können. Zwar kommt zu den altbekannten zehn Gattungen keine neue hinzu, jedoch wurden neue Unterarten ergänzt. Darunter auch eine für Wolken menschlichen Ursprungs.

“Wenn wir das Klimasystem modellieren wollen, müssen wir die Wolken verstehen. Und wenn wir die Verfügbarkeit von Wasserressourcen vorhersagen wollen, müssen wir ebenfalls die Wolken kennen”, so Petteri Taalas, Generalsekretär der World Meteorological Organisation WMO. Dafür dient den Wissenschaftlern dazu der Wolkenatlas als Referenz. Nach 30 Jahren erschien nun eine Neuauflage dieses Standardwerkes der WMO. Vereint werden darin das Wissen aus Traditionen des 19. Jahrhunderts und moderne Technik von Heute.

Der neue Atlas enthält zwar neue Wolkenarten, an der Anzahl der Gattungen ändert sich jedoch nichts. Es bleibt bei jenen zehn, die viele von uns bereits in der Schule gelernt haben (wie z.B. Cirrus-Wolken). Eine neue Unterart der Gattungen Altocumulus und Stratocumulus ist die Volutus-Wolke. Sie sieht aus wie ein Nudelholz, das um die eigene Achse vorwärts zu rollen scheint. Eine weitere Form der Altocumulus ist nun auch die Asperitas-Wolke. Von der Erde aus betrachtet, sieht diese aus wie Wellen im Meer. Wolkenlöcher, bei denen ein rundliches Loch inmitten einer Wolke auftritt gehört nun zur Kategorie Cavum.

Asperatus-Wolken © Gary McArthur/WMO/dpa)

Bereits Aristoteles schrieb vor über 2000 Jahren über die Rolle der Wolken im hydrologischen Zyklus, nachdem er sie genauer beobachtet hatte. Auch heute ist Wissenschaftlern bewusst, wie wichtig sie für Klima, Wetter und Energiebalance der Welt sind. Der Atlas beinhaltet daher einheitliche Beschreibungen anhand derer Wolken klassifiziert werden können. Dies sei wichtig für Klimabeobachtungen, so Johannes Cullmann, Leiter der WMO-Abteilung Klima und Wasser. Wenn Wolkenphänomene auf der ganzen Welt einheitlich beschrieben werden können, erleichtert dies die Verbesserung von Wettervorhersagen und der Präzision von Hochwasserwarnungen.

Eine eigene Kategorie gibt es mit dem neuen Atlas nun auch für meteorologische Phänomene wie z.B. Regenbögen und Spezialwolken, die durch lokale Gegebenheiten bedingt sind. So ist zum Beispiel die Cataractagenitus eine Wolke, die über Wasserfällen entsteht. Bildet sie sich durch einen Waldbrand, heißt sie nun Flammagenitus. Erstmals gibt es auch eine eigene Kategorie für Wolken, die durch den Menschen hervorgerufen werden – Homogenitus. Dazu gehören z.B. Kondensstreifen am Himmel oder Wasserdampf aus einem Schornstein.

Alle Wolkenarten und Wetterphänomene der WMO gibt es ebenso modern wie den neuen Atlas hier zum Nachlesen.

Quellen: N-TV, Scinexx