Neue Diesel-PKW klimaschädlicher als Benziner

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Klimaschänder Diesel
Klimaschänder Diesel

Laut einer neuen Untersuchung im Auftrag von Greenpeace stoßen neue Dieselmodelle mindestens genauso viel oder sogar mehr klimaschädliches CO2 aus als Benziner. Die neuen Dieselfahrzeuge würden immer schwerer und leistungsstärker, so die Begründung der Umweltorganisation. Greenpeace schreibt, damit seien die milliardenschweren Subven-tionierungen für Dieselkraftstoff nicht länger zu rechtfertigen.

 

Auf dem Autosalon Genf stellen die Automobilkonzerne ab morgen wieder ihre neuesten Modelle vor. Der Trend geht auch dieses Jahr zu immer größeren und leistungsstärkeren Fahrzeugen. Auch die neuen Dieselmodelle sind da keine Ausnahme. Greenpeace verweist darauf, dass diese Entwicklung den einstigen Effizienzvorsprung des Kraftstoffs gegenüber Normalbenzin deutlich verringert hat.

Mittlerweile würden viele Dieselmodelle ebenso viele CO2-Emissionen verursachen wie vergleichbare Benziner. Das habe eine Kurzexpertise des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag von Greenpeace ergeben. Die verkauften Dieselmodelle von 2013 hätten der Untersuchung zufolge pro Kilometer sogar einen etwas höheren CO2-Ausstoß. Noch vor etwa 20 Jahren sei das „noch etwa umgekehrt“ gewesen.

Die Argumentation des Verkehrsministeriums, die Steuervorteile für Dieselkraftstoffe seien durch die bessere CO2-Bilanz gerechtfertigt, könne deshalb nicht mehr gelten. „Den milliardenschweren Dieselsubventionen fehlt heute jede ökologische Grundlage“, betont Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser. Die Umweltorganisation fordert daher die Streichung der staatlichen Förderung. „Diese Gelder müssen dringend für tatsächlich saubere Verkehrsformen verwendet werden, wie etwa Elektrobusse in Städten oder den Ausbau des Radwegenetzes“

Derzeit wird ein Liter Diesel mit 18,41 Cent weniger besteuert als ein Liter Benzin. Da mittlerweile rund die Hälfte aller neu zugelassenen Fahrzeuge Diesel sind, summieren sich diese Subventionen laut Greenpeace auf etwa 7 Milliarden Euro pro Jahr. Die Umweltorganisation schreibt, dass mit dieser Summe innerhalb eines Jahres alle städtischen Busse auf saubere Elektromotoren umgestellt werden könnten.

Das würde auch maßgeblich zur Verbesserung der Luftqualität in den deutschen Städten beitragen. In Stuttgart herrschte vergangene Woche tagelang Feinstaub-Alarm. Viele Umweltschützer sehen vor allem die Dieselabgase dafür verantwortlich. Zwar werden moderne Filteranlagen eingesetzt, doch in der Praxis funktionieren die oft nur unzureichend, wie zahlreiche Tests belegen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO wertet Dieselabgase als so giftig wie Arsen. Dieselmotoren stoßen zwei Drittel der verkehrsbedingten Emissionen an Stickoxiden aus, schreibt Greenpeace.

Der Luftschadstoff führt bei hohen Konzentrationen zu Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann Krebs verursachen. In zahlreichen deutschen Städten werden seit Jahren die geltenden Grenzwerte für Stickoxide überschritten. Erst durch den VW-Abgas-Skandal wurde einer breiten Öffentlichkeit bewusst, dass auch moderne Dieselautos der Euro-6-Norm im Straßenverkehr die EU-Stickoxidgrenzwerte um ein Vielfaches überschreiten.

Greenpeace

 

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