NASA: Globale Erwärmung verändert die Erdrotation

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Klimawandel - Auswirkungen
Klimawandel - Auswirkungen

Der Klimawandel hat einen deutlichen Einfluss auf die Erdrotation. Das belegten jetzt Forscher im Rahmen einer NASA-Studie. Demnach weicht die Erde seit dem Jahr 2000 messbar von ihrer normalen Nord-Südachse ab. Der Nordpol und die Polarachse bewegen sich seitdem in Richtung Großbritannien. Der Grund sei die massive Eisschmelze an den Polen, so die Forscher. Die veränderte Gewichtsverteilung bringe die Erde buchstäblich ins Taumeln.

 

Die Studie um den Geophysiker Surendra Adhikari und Erik Ivins vom Jet Propulsion Laboratory der NASA wurde am Freitag im Fachmagazin „Science Advanced“ veröffentlicht. Bereits seit dem Jahr 1899 wird die geografische Lage des Pols und die Erdrotation um die Polarachse von Wissenschaftlern vermessen. Im 20. Jahrhundert stellten die Forscher dabei eine leichte Bewegung des Nordpols Richtung Kanada fest.

Seit dem Jahr 2000 allerdings hat sich die abrupt geändert. Nun bewegt sich der Pol Richtung Großbritannien. Der Grund für diese plötzliche Veränderung ist laut der NASA-Studie zu 90 Prozent der Klimawandel. Durch die steigende Erdtemperatur schmelzen gewaltige Mengen Eis an den Polen. Die Forscher schreiben, seit 2003 seien in Grönland im Durchschnitt 272 Milliarden Kilo Eis im Jahr aufgrund der Erderwärmung verloren gegangen. In der Westantarktis seien es 275 Milliarden Kilo jährlich.

Das verändere die Gewichtsverteilung der Wassermassen auf der Erde. Die Folge: Die Erde gerät ins Taumeln. Man könne sich das Phänomen wie bei einem Eiskunstläufer vorstellen, der in einer Drehung das Bein hebe, so die Forscher. Der Leitautor Surendra Adhikari bezeichnete diese plötzliche Abweichung von der bisherigen Richtung als „sehr dramatisch.“ Langfristig gehen die Forscher davon aus, dass sich die Polarachse um etwa zehn Zentimeter pro Jahr verschieben wird.

Andere Wissenschaftler sagen, die Verschiebung sei harmlos. Dennoch halten sie die Studienergebnisse für wichtig. Jianli Chen, ein Wissenschaftler vom Space Research Centre an der University of Texas betonte: „Es gibt keinen Grund zur Sorge. Doch es ist ein weiterer bemerkenswerter Effekt des Klimawandels“. Jonathan Overpeck, Professor für Geowissenschaften an der University of Arizona sagte, die Studie belege, wie real und tiefgreifend die Veränderungen seien, die wir Menschen auf unseren Heimatplanet ausüben. 

2002 schlug der Nobelpreisträger für Chemie Paul Crutzen vor, die derzeitige Epoche der Erdgeschichte Anthropozän zu nennen – weil mit dem Menschen erstmals ein Lebewesen auf dem Planeten direkten Einfluss auf die Umwelt nimmt. Und das nicht nur lokal, sondern weltweit. Die Studie der NASA zeigt eindrücklich, wie drastisch dieser Einfluss geworden ist. 

Quelle: News Lodi

 

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