Nachhaltigkeit in der Gastronomie

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Take-away kann auch kompostierbar sein

Wir fahren mit dem Rad zur Arbeit, kaufen unverpackt ein und versuchen Müll zu vermeiden. Doch als einzelner haben wir wenig Einfluss. Unternehmen produzieren viel mehr Müll und verschwenden Ressourcen. Wir haben uns auf der Intergastra in Stuttgart, einer der wichtigsten europäischen Messen für die Gastronomie und Hotellerie Branche, nach Lösungen umgesehen – und auch welche gefunden!

Nicht nur, wenn wir uns Mahlzeiten liefern lassen werden dabei Verpackungen benötigt. Auch der gesunde Smoothie to go kommt meist in der Plastikflasche daher. Die wandern nach kürzester Zeit in den Müll. Auf Verpackungen gänzlich zu verzichten, wird schwierig. Aber es zeigt sich, dass sich immer mehr Unternehmen Gedanken machen und auf umweltfreundliche Alternativen umsteigen möchten. Das Team von greenbox aus Bremen hat sich darauf spezialisiert. Ob Smoothieflaschen aus Bio-Kunststoff, der aus Pflanzenstärke gewonnen wird, Einweggeschirr aus Zuckerrohr oder Salat-Snackboxen aus Bambus, hier werden auch Hipster-Cafés fündig.

Ein Teller aus einem Palmblatt
Geschirr aus Palmblättern © Malchus Kern

Die Areka-Plame in Indien wirft natürlicherweise alle Paar Wochen ihre Palmwedel ab. Simpleyleaf, ein StartUp aus der Nähe von Stuttgart, hat das auf eine Idee gebracht. Die gewaschenen Blätter werden mithilfe von Hitze in die Form von Tellern, Schüsseln, Schalen und Besteck gepresst. Dabei werden keine Hilfsmittel oder Stabilisatoren verwendet. Durch die natürlichen Eigenschaften ziehen die Schüsseln auch bei Suppen keine Feuchtigkeit, behalten ihre Form und sind selbst für Mikrowellen geeignet. Wie andere Blätter auch, sind diese in 60 Tagen kompostiert und jeder Teller ist ein Unikat. Dabei muss kein Baum gefällt werden und auch keine Plantage neu gepflanzt werden, denn die Areka-Palme wächst vielerorts in Indien. Jetzt wäre es nur noch an der Zeit, eine europäische Pflanze zu finden, die ähnliche Eigenschaften hat!

Nachhaltigkeit bedeutet: Ohne Chemikalien und Zusatzstoffe!

Biologisch abbaubar und umweltfreundlich sind die Feuchttücher von Pure Napkin
Feuchttücher von Pure Napkin © Malchus Kern

Aber nicht nur bei der Verpackung gibt es Alternativen zu Plastik und Verschwendung. Die Zutatenliste herkömmlicher Pflegetücher ist lang. Extrakte, Säuren, Parfüme, Vitamine, Emulgatoren und einige andere Inhaltsstoffe, die nur Chemiker entziffern können. Natürliche frische bringt Pure Napkin, ein Pflegetuch aus Bambus, welches frisch vor Ort befeuchtet wird. Durch die komprimierte Form eignet es sich nicht nur für den Wellnessbereich, sondern auch für sportliche Aktivitäten, bei denen man ab und an sein Gesicht oder seine Hände erfrischen möchte. Das Pflegetuch ist dabei zunächst in Form einer Tablette komprimiert. Diese wird dann mit ein bisschen Wasser befeuchtet und faltet sich dann auf. Platzsparend und ganz ohne Zusatzstoffe. Und natürlich biologisch abbaubar. Finden wir gut!

Malchus Kern schreibt als Freier Autor über Nachhaltigkeit, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und digitale Innovationen. Auf seinem Balkon versucht er sich an Selbstversorgung.

Erfahre mehr darüber, wie Du deinen Konsum noch verantwortungsvoller gestalten kannst. Einfache Ideen, um mehr selber zu machen und interessante, faire Produkte helfen dabei – mittwochs auf cleanenergy-project.de.