Nachhaltigkeit aus dem 3D-Drucker (Teil 2)

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Bkleidung aus dem 3D-Drucker
Kleider aus dem 3D-Drucker - Zukunftsmusik? © 3D Systems/Adrian Woods & Gidi van Maarseveen

Neben Möbeln und Häusern können mit 3D Druckern auchm andere Produkte hergestellt werden, die einen großen Ressourcenbedarf haben und eine entsprechende Belastung für die Umwelt darstellen. Dazu gehören unter anderem Textilien. Die Bekleidungsbranche gehört mit zu den größten Problembereichen der Herstellungsindustrie. Hier suchen Forschung und Wirtschaft bereits seit einigen Jahren Möglichkeiten einer alternativen, nachhaltigeren Produktion durch 3D-Druck. Auch wird getestet, inwiefern sich Materialien abgelegter Bekleidung weiter für den 3D-Druck recyceln lassen.

 

Modeclix – Mode aus dem 3D-Drucker

„Modeclix“ ist ein innovatives Verfahren zur Herstellung 3D-gedruckter, recyclebarer Textilien. Hierbei werden unter Verwendung einer Laser-Sinter-Additiv Fertigungstechnologie (LSA) mehrere ineinandergreifende Kunststoff-Stücke zu unterschiedlichsten Kleidungsstücken zusammengefügt werden. Das Besondere: diese lassen sich auch wieder auseinander nehmen und zu neuen Stücken rekonstruiert. Der Vorteil: Die Kleider können direkt auf die Körpermaße abgestimmt werden. Also kein lästiges Anprobieren und Zurückschicken mehr in der 3D-gedruckten Zukunft?

„Wir wussten immer, dass wir irgendwelche der Kleidungsstücke anpassen könnten, um [zu] jeder Körperform zu passen, aber eine der überraschenden Entdeckungen war, dass wir auch die Modeclix-Komponenten wiederverwenden konnten, um neue Dinge zu machen“, wird auf der Website des Projekts erklärt. „Wir dekonstruieren einfach ein bestehendes Kleidungsstück und machen ein neues aus allen Bits. Modeclix hebt kreisförmige ökonomische Ideale und Recycling auf ein ganz anderes Niveau!“

Entwickelt wurde das Verfahren von Shaun Borstrock, Associate Dean für Business und Innovation an der University of Hertfordshire und dem Designer Mark Bloomfield, Gründer des 3D-Schmuck-Unternehmen Electrobloom. Das Team hat bei der Entwickelt von  Modeclix bestimmte Ziele verfolgt. So erklärt Borstrock: „Vorherige 3D-gedruckte Entwürfe waren meistens konzeptuelle Stücke, die fest sind, mit wenig oder keiner Bewegung. Wir haben uns bemüht, stilvolle 3D-bedruckte Kleidungsstücke zu kreieren, die genügend Bewegung haben, um sicherzustellen, dass sie flüssig, auffällig und bequem zu tragen sind.“

Creamelt – kreatives Skischuh-Recycling

Auch in der Schweiz, insbesondere am IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung hat man sich mit den neuen Möglichkeiten des 3D-Drucks beschäftigt. Hier kam man auf die interessante Idee abgelegte Skischuhe einer neuen Bestimmung zuzuführen – genauer gesagt ihre harte Schale. Diese ist nämlich aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) gefertigt. Dieses wird bei der Wiederverwertung abgetrennt und farblich sortiert. Bei der Wiederaufbereitung würd es zuerst geschreddert, im Compounder aufgeschmolzen, homogenisiert und zu Kunststoffgranulat verarbeitet. Daraus werden neue, elastische 3D-Druck Kunststoff -Filamente hergestellt, also sozusagen die „Tinte“ des Druckers – zu 100% aus recycelten Skischuhen.

Für diese Entwicklung bekam das IWK im Oktober auf der Fachmesse eMove360° sogar den MATERIALICA Design & Technologie Gold Award in der Kategorie Material verliehen. Entstanden ist das Projekt aus einer Kooperation zwischen der Hochschule für Technik Rappeswil (HSR) und den ARGO Werkstätten für behinderte Erwachsene Werkstätte Davos Graubünden (Schweiz). Letztere ließ sich von der Hochschule beraten, nachdem eines Tages die Presse zur Herstellung von Bodenplatten aus Skischuhen den Dienst versagte.

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Quellen:
http://www.modeclix.com/0
https://3druck.com/kunst/modeclix-neues-herstellungsverfahren-fuer-3d-gedruckte-kleidung-4762397/
https://www.iwk.hsr.ch/index.php?id=3588&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2791&cHash=2a8f2cec7ea3fbdfe5894a277474b94f
https://www.3d-grenzenlos.de/magazin/specials/skischuhe-zu-filament-recyceln-27131913/