Nachhaltigkeit aus dem 3D-Drucker (Teil 1)

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kreative Abfallverwertung
Mithilfe von 3D-Druckern können unter anderem Abfälle wie Plastiktüten nachhaltig recycelt werden

In den 1980er Jahren entwickelte Chuck Hull den ersten 3D-Drucker. Seitdem wurde das Verfahren ständig weiterentwickelt und verbessert. Sie sind mittlerweile bereits für ein paar hundert Euro erhältlich und drucken nicht einfach nur mehr nur mit Kunststoffen oder Metallen sondern auch mit pflanzlichem und tierischem Zellgewebe. Zudem lassen sich durch die Drucker hervorragend nachhaltige Produkte herstellen, die auf recycelten Stoffen basieren. Im dieser Beitragsreihe stellt das CleanEnergy Project in den nächsten Wochen Projekte und Startups vor, die 3D-Druck auf kreative Weise für ein nachhaltiges Recycling einsetzen.

1. Circulaire Expositie

Das Projekt „Circulaire Expositie“ ist eine Recyclingausstellung im Rathaus von Amsterdam, das ausgefallene Recyclingideen präsentiert. Amsterdam engagiert sich stark dafür, die Stadt nachhaltiger zu gestalten und dabei kreative Lösungen für das Müll-Problem zu finden. So befinden sich in der Ausstellung unter anderem zwei Sofas, die mit einem 3D-Drucker aus je 3000 Plastiktüten hergestellt wurden. Ein deutliches Beispiel dafür, welche Rolle der 3D-Druck im Rahmen des Umweltschutzes und der Abfallverarbeitung spielen kann.

„Unsere derzeitige Wirtschaft ist linear, das heißt als endliche Gerade organisiert. Wir sammeln Rohstoffe und Materialien, verwenden sie im Produktionsprozess und werfen sie als Abfall oder Endprodukt weg. Das ist Verschwendung“, schreiben die Vertreter der Städte auf der Projekt-Website. „Da der Bedarf an Rohstoffen weiter zunimmt, wird die Umwelt immer härter getroffen“, fügen sie hinzu. „In einer Kreislaufwirtschaft wird kein Abfall verschwendet und so minimieren wir die Umweltauswirkungen.“

In der Ausstellung finden sich noch weitere interessante Exponate, wie beispielsweise Kleidungsstücke aus recycelten Abfällen und die alten Sitze des Amsterdamer Stadions, die zu neuen, stilvollen Stühlen umgearbeitet wurden.

2. Urban3D

Das brasilianische Startup Urban3D will mit moderner 3D-Druck Technologien ein Problem angehen, von dem vor allem Großstädte betroffen sind: Slums. Insbesondere ihre Versorgung im öffentlichen und auch medizinischen Bereich gestaltet sich ausgesprochen schwierig. Dem plant Urban3D entgegenwirken, indem es durch High-Tech-Materialien, 3D-Druck, Robotik sowie einer Management-Software die Material- und Baukosten um bis zu 80 Prozent reduziert. Dadurch sollen Häuser nicht nur kostengünstiger, sondern auch nachhaltiger hergestellt werden können. Letzteres soll durch die Verwendung recycelbarer Verbundstoffe ermöglicht werden, die ihre strukturellen Eigenschaften bei der Verbauung behalten und gut 30 Prozent günstiger sind als herkömmliche Bausubstanzen wie Zement.

Urban3D ist nicht das einzige Startup, das sich mit der Schaffung preiswerter, umweltfreundlicher Bausubstanz durch 3D-Druck beschäftigt. Überall auf der Welt werden Projekte angestrebt, die nach innovativen Möglichkeiten suchen der wachsenden Bevölkerung auf nachhaltige Weise ein Heim zu schaffen.

Quellen:

https://www.3d-grenzenlos.de/magazin/zukunft-visionen/circulaire-expositie-amsterdam-recycling-sofas-3d-drucker-27320603/

https://amsterdamsmartcity.com/circularamsterdam

https://www.wired.de/collection/business/problem-solver-das-startup-urban3d-will-3d-druck-der-slum-bevoelkerung-helfen