Nachhaltige Geldanlagen: Schein oder Sein?

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Nachhaltige Geldanlagen

Versprechen und Wirklichkeit liegen bei nachhaltigen Geldanlagen oftmals weit auseinander. Das ECOreporter-Siegel bietet den Anlegern eine Möglichkeit, die Einhaltung von Ethik und Ökologie der Anbieter zu überprüfen.

Das Thema Klima- und Umweltschutz macht auch vor Finanzprodukten nicht halt. So gibt es immer mehr Anbieter, deren Produkte nicht nur eine gute Rendite, sondern vor allem auch einen Nutzen für Umwelt und Soziales versprechen. Das macht den Markt für professionelle sowie private Kunden unüberschaubar, die Unterscheidung zwischen Anbietern und Produkten, bei denen die Nachhaltigkeit tatsächlich an erster Stelle steht zu denen, die nur mit oberflächlicher Nachhaltigkeit werben, fällt daher schwer.

Das ECOreporter-Siegel gilt als Maßstab für Tiefe und Qualität der Nachhaltigkeit in der Geldanlage. Hierfür sind die ECOreporter und Analysten bei jeder Prüfung bis zu fünf Tage bei den jeweiligen Anbietern vor Ort, sprechen mit Vorständen, Führungskräften, Kundenberatern und Nachhaltigkeitsexperten. Teil der umfassenden Prüfung sind zudem Einsicht in Beratungsprotokolle, Arbeitsanweisungen und in den Briefverkehr. Dabei wird nicht nur auf Nachhaltigkeit eines einzelnen Produkts geachtet, sondern vor allem auch die Nachhaltigkeit des Kerngeschäfts berücksichtigt. Damit eine Bank das Siegel der ECO-Reporter erhält, muss sie über die nachhaltige Geldanlage hinaus auch in Sachen Kredite und Kundenberatung Nachhaltigkeit berücksichtigen. Die Nutzung von Recyclingpaper oder das Beziehen von Solarstrom reichen allerdings allein nicht aus.

Die gleichen Regeln gelten für das Siegel zum „Nachhaltigen Finanzprodukt“. Zum einen sollte hier das Kerngeschäft des Anbieters nachhaltig sein, zum anderen steht die positive Wirkung außerhalb der Finanzwelt – beispielsweise durch die Förderung des fairen Handels – im Vordergrund. Zu der ökologischen Überprüfung der Anbieter zählen darüber hinaus die ökonomischen Daten. Bei diesem Anlagencheck dreht es sich bei 80 Prozent um Risiken, Liquidität und Renditen für den Kunden.

Das Siegel, welches in Zusammenarbeit mit Finanz-Test und Öko-Test die Prüfungen durchführt, setzt schließlich einen sehr hohen Maßstab an die Anbieter. Somit ist es nicht verwunderlich, dass bisher nur wenige Anbieter das Siegel erhalten haben. Unter ihnen zum Beispiel der Aktienfonds der GLS Bank oder die Steyler Fair und Nachhaltig-Aktien. Für jeweils drei Jahre können sich diese Angebote nun mit dem Nachhaltigkeitssiegel schmücken. Denn ihr Geld fließt nicht nur an die Börse, sondern direkt in Unternehmen. 

 

 

 

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