München macht`s smart – „Smarter Together“

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Zukunftsorientierte Stadtplanung ist in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Thema geworden. Verschiedene aktuelle Forschungs- und Förderinitiativen belegen dies deutlich. Dabei stehen oft insbesondere Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Mittelpunkt der Projekte. Städte und Regionen weltweit setzen sich immer intensiver mit der Problematik auseinander, testen verschiedene Lösungsansätze und stecken sich ganz eigene Ziele für ihre Zukunft. Eine dieser Städte ist München.

München erhielt Ende 2015 den Zuschlag der Europäischen Kommission für das EU-Förderprogramm “Smarter Together”, zusammen mit den Partnerstädten Wien und Lyon. Heute wurde das erste Stadtteillabor eröffnet, womit die konkrete Umsetzung des Projekts im Projektgebiet Neuaubing-Westkreuz und Freiham beginnt. Ziel ist es, Neuaubing-Westkreuz mit seinen zahlreichen Bestandsgebäuden aus den Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahren, zu modernisieren und durch großflächige, energetische Wohnhaussanierungen Niedrigenergiequartiere zu schaffen, unterstützt durch die Geothermie-gespeiste Fernwärme-Versorgung aus dem Neubaugebiet Freiham. Durch das EU-Projekt können insgesamt bis zu 42.000 qm Wohnfläche auf einen anspruchsvollen Energiestandard saniert werden.

In dem Labor sollen Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils gemeinsam mit Experten und Partnern aus Industrie und Forschung konkrete Lösungen für die Herausforderungen des urbanen Lebens entwickeln. Diese innovativen Energie-, Verkehrs- und Technologielösungen sollen dann im Viertel erprobt und bei erfolgreicher Umsetzung als Beispiel für andere Städte wirken. In den nächsten zwei Jahren sollen so beispielsweise insgesamt acht E-Mobilitätsstationen entstehen, wobei verschiedene Kombinationen von Carsharing-Fahrzeugen, Lastenpedelecs, E-Dreirädern, Paket-Verteilstationen, Ladesäulen für Elektro-Autos, digitale Informationsstelen oder eine lernende City-App in Betracht gezogen werden.

Der Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Bürgermeister Josef Schmid, sieht in der Bürgerbeteiligung einen wichtigen Auftrag des Projekts: „Es geht darum, das alltägliche Leben der Münchnerinnen und Münchner zu verbessern und zu erleichtern. Deshalb ist es so wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger das Projekt mitgestalten. Es gibt dazu viele Ansätze und Ideen, aber was letztendlich gebraucht wird, entscheiden sie selbst. Wir schaffen dafür interessante Beteiligungsmöglichkeiten.“

Insgesamt plant das Konsortium der drei Projekt-Städte gemeinsam den Energieverbrauch und den Kohlendioxidausstoß in den ausgewählten Wohngebieten um 50 Prozent zu senken, über neue erneuerbare Energiequellen mehr als 17 Megawatt Strom in die Projektgebiete einzuspeisen, über E-Mobilitäts-lösungen mehr als 95 Tonnen Kohlendioxid einzusparen und 1.500 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür sollen insgesamt 24,7 Millionen Euro europäische Fördergelder an das Konsortium fließen, wovon 6,85 Millionen Euro direkt nach München gehen. Die Münchner Partnerstadt Kiew ist als Beobachterin in das Projekt eingebunden. Städte wie Santiago de Compostela, Sofia und Venedig wollen später die Ergebnisse aus dem Projekt in ihren Städten umsetzen.

Smarter Together – Hintergrund
Das EU-Projekt Smarter Together wird in Zusammenarbeit verschiedener städtischer Referate mit städtischen Unternehmen, Non-Profit-Organisationen, führenden europäischen Industrie- und Forschungspartnern sowie hochspezialisierten kleinen und mittleren Unternehmen realisiert. Das Projektmanagement liegt beim Referat für Arbeit und Wirtschaft. Im Projektgebiet Neuaubing-Westkreuz koordiniert die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) die konkreten Abläufe.

Quelle: http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Arbeit-und-Wirtschaft/Europa/Smart-Cities/erstes-stadtteillabor.html

 

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