Nutzen Geheimdienste Klimaforschung militärisch?

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Wollen Geheimdienste das Wetter manipulieren?

Wettermanipulation, in Fachkreisen auch Geoengineering genannt, ist für viele Klimaforscher eine vielversprechende Möglichkeit, um der globalen Erwärmung entgegenzuwirken und den CO2 – Gehalt in der Atmosphäre zu reduzieren. Einige Wissenschaftler befürchten, dass Geheimdienste diese ursprünglich zivilen Einsatzmethoden auch militärisch nutzen könnten, denn immer mehr Regierungsorganisationen unterstützen die Forschungen an klimaverändernden Technologien, oft ohne einen konkreten Grund für ihr Interesse anzugeben. Alan Robock, ein amerikanischer Wissenschaftler, schlägt Alarm und fordert die Geheimdienste auf, ihre Gründe für die Förderung der Klimaforschung offenzulegen.

Viele Geheimdienste interessieren sich schon seit Jahren für den Klimawandel und dessen möglichen Auswirkungen. 2009 gründete die CIA das „Center on Climate Change and National Security“. Obwohl die Einrichtung 2012 offiziell geschlossen wurde, sagte die CIA damals, sie werde die Konsequenzen des Klimawandels für die Menschheit und für die nationale Sicherheit weiter überwachen und erforschen – von anderen Einrichtungen aus. Ein CIA- Sprecher kommentierte, es sei „normal“, dass die CIA bei einem Thema wie diesem mit Wissenschaftlern zusammenarbeitet, um diese Phänomene und ihre Auswirkungen auf die nationale Sicherheit besser zu verstehen.

Als der amerikanische Klimaforscher Alan Robock dann jedoch vor drei Jahren einen Anruf von CIA – Beamten bekam, die ihn fragten, ob und wie man feststellen könnte, ob ein Land das Wetter gezielt kontrolliere, kam ihm erstmals der Verdacht, dass sich die CIA nicht nur für den Klimawandel und dessen Bekämpfung interessieren, sondern die Klimaforschung auch auf Wettermanipulationen zur militärischen Anwendung ausgeweitet haben könnte.

Bereits seit den frühen 1960er Jahren forschte die USA an einer solchen „Wetterwaffe“. Damals untersuchten Wissenschaftler im Rahmen des Projekts „Strom Fury“ (deutsch: Sturmwut), wie man Gewitterstürme über einem festgelegten Gebiet durch „Impfung“ von Wolken mit bestimmten Partikeln gezielt auslösen kann. Auch während des Vietnamkriegs wurde an derartigen Technologien geforscht, mit dem Ziel, Versorgungswege des Feindes durch extremen Niederschlag unpassierbar zu machen.

1978 wurde der Einsatz von Wettermanipulationen zur militärischen Verwendung dann allerdings laut der „Environmental Modification Convention“ (Enmod) gesetzlich verboten. Doch in den letzten Jahren gab es immer wieder Hinweise darauf, dass US- Geheimdienste auch weiter an derartigen Technologien forschen. Erst vergangene Woche wurde eine Untersuchung veröffentlicht, bei dem es unter anderem darum ging, wie man Wolken gezielt manipulieren kann, um mehr Sonnenlicht wieder ins Weltall zu reflektieren. Der zivile Nutzen einer solchen Technologie wäre groß, denn so könnte man die Temperatur an die globale Erwärmung anpassen und dem Klimawandel auf diese Weise entgegenwirken.

Doch die 600. 000 – Dollar – Untersuchung wurde nicht nur von zivilen Einrichtungen getragen, sondern teilweise von den US – Geheimdiensten finanziert. Robock forderte die Organisationen daraufhin auf, offenzulegen, welches Interesse diese an der eigentlich zivilen Technologie hätten. Bislang verweigerten die Geheimdienste jedoch eine Stellungnahme. Der Klimaforscher befürchtet nun, dass die Geheimdienste, trotz des Verbots von 1978, noch immer an Wetterwaffen forschen könnten.

Robock sagte daraufhin, die Forschungen (der Geheimdienste) sollten öffentlich und länderübergreifend durchgeführt werden, damit die Frage, ob diese Technologien möglicherweise zu militärischen Zwecken missbraucht würden, gar nicht erst aufkomme.

Auch China forscht seit längerem am Geoengineering, jedoch offiziell auch nur zur zivilen Nutzung. Bis 2020 will das Land der Mitte sechs Anlagen zur Wetterbeeinflussung einrichten, die über das ganze Land verteilt werden sollen. Für die Wetterexperimente wurde sogar eigens eine staatliche Einrichtung gegründet. Ziel dabei ist es, Wolken in trockenen Gebieten gezielt abregnen zu lassen, um die Landwirtschaft zu fördern und Wasserknappheit auszugleichen.

 

One Response

  1. Martin Uffmann

    17. Februar 2015 11:54

    Dieses Thema finde ich richtig spannend. Wenn die Informationen stimmen, haben die Russen schon zur Olympiade 1980 in Moskau drohende Regenwolken durch Ausbringung von Chemikalien künstlich zum Abregnen in dafür vorgesehenen Bereichen gebracht, damit die Wettkämpfe nicht gestört werden. Man kann sich vorstellen, was sich seit 1980 auf diesem Gebiet alles getan hat. Ich bin mal gespannt, ob und in welcher Form die Geheimdienste zu den genannten (An)Fragen Stellung beziehen.

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