Mehrwegbecher beim FC Bayern München

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Ab der Saison 2018/19 wird es beim FC Bayern nur noch Mehrwegbecher geben.
Zugunsten der Umwelt stellt der FC Bayern sein Bechersystem um.

Vor fast genau einem Jahr veröffentlichte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Untersuchung zur Abfallvermeidung und Abfallmanagement in der ersten und zweiten Bundesliga. (CEP berichtete) Während der Zweitligist Union Berlin als umweltfreundlichster Verein aus der Untersuchung herausging, standen vor allem der FC Bayern und der BVB Borussia Dortmund in der Kritik. Beide Vereine setzten auf Einwegbecher in ihren Stadien. Doch dies soll sich beim FC Bayern jetzt ändern. Der Status als Alleinbenutzer der Allianz-Arena und eine Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium machen den Umstieg auf Mehrwegbecher beim FC Bayern nun möglich.

Ab der Saison 2018/19 wird der FC Bayern während seinen Spielen Mehrwegbecher ausgeben. Das gaben am vergangenen Dienstag der Verein und Umweltministerin Ulrike Scharf bekannt. Laut Vorstandsvorsitzendem Karl-Hein Rummenigge wurde über einen solchen Wechsel schon länger diskutiert. Möglich sei dies aber erst jetzt, da der Verein seit dieser Saison als alleiniger Stadionbenutzer verbesserte logistische Kapazitäten zur Verfügung stehen.

So wurde zunächst das Umweltinstitut Intechnica damit beauftragt, das Stadion standortspezifisch zu untersuchen. Nachdem diese eine Umstellung auf ein Mehrwegsystem favorisierte, begann die Allianz Arena München Stadion GmbH die Entwicklung neuer Abläufe mit ihrem Gastronomie-Partner. Dabei sollen Mehrwegbecher für 2 € Pfand ausgegeben und wieder angenommen werden, ohne dabei an Geschwindigkeit im Verkauf zu verlieren. Allianz-Arena-Geschäftsführer Jürgen Muth: „Nicht nur wir werden uns umstellen, auch unsere Zuschauer werden sich umstellen müssen. Aber das wollen wir ja alle: die Umwelt noch besser schützen. Ich sehe das als gemeinsame Aufgabe, der wir alle nun noch umfangreicher nachkommen können.“

Zusammenarbeit von Verein und Ministerium

„Ich möchte mich hier beim Bayerischen Umweltministerium mit Ministerin Ulrike Scharf an der Spitze für die kompetente Beratung und die Unterstützung bedanken“, so Rummenigge. Umgekehrt wird ebenso positiv übereinander gesprochen: „Der FC Bayern München ist ein Vorbild auf und neben dem Platz. Die Umstellung auf Mehrwegbecher ist das Ergebnis bester Teamarbeit zwischen dem FC Bayern München und dem Bayerischen Umweltministerium. Das ist ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Abfallberge. Die Allianz Arena wird zu einem Leuchtturm für Energieeffizienz und Ressourcenschutz. Hier gilt in Zukunft: Heimspiel für den Klimaschutz. Fußball fasziniert die Menschen. Diese Emotionen wollen wir gemeinsam auf den Schutz der Umwelt übertragen.“

DUH lobt dem Umstieg auf Mehrwegbecher

Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich seit Jahren für Mehrwegbecher auf Großveranstaltungen ein.  Dazu führt sie jedes Jahr Umfragen zu diesem Thema unter den Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga durch. Besonders erfreulich ist diese Nachricht deshalb für Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der DUH.

„In den letzten Jahren konnten wir einen besorgniserregenden Trend von Mehrweg- zu Einwegbechersystemen beobachten. Deshalb ist der Umstieg des Bundesligaspitzenreiters FC Bayern München ein besonders wichtiges Signal an die gesamte Branche, um diesen Trend wieder umzukehren. Vor allem große Vereine wie Borussia Dortmund, Schalke 04, der Hamburger SV und der 1. FC Köln setzen noch immer auf Wegwerfbecher aus Plastik. Die Vermüllung ganzer Stadtteile mit Bechermüll ist nicht mehr gesellschaftsfähig. Wir werden gemeinsam mit Fanclubs und den Medien die Abfallsünder identifizieren und ihr unökologisches Handeln dokumentieren“, so Fischer.

Ein erster Testlauf wird beim kommenden Heimspiel gegen Hannover 96 am 2. Dezember stattfinden.

Quellen: FC BayernDeutsche Umwelthilfe