Mehr Transparenz beim Wirkungsgrad von Batteriespeichern

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Viele Hersteller machen bisher keine exakten Angaben zum Wirkungsgrad von Hausbatteriespeichern. Eine neue Prüfrichtlinie soll hier mehr Transparenz für Verbraucher und Installateure schaffen.

Gut 60.000 Lithium-Ionen Hausbatteriespeicher sind derzeit in Deutschland installiert, meist im Kombipack mit einer Photovoltaikanlage. In diesem Jahre rechnet der Bundesverband Energiespeicher mit einem Zubau von rund 25.000 Heimspeichern, so Bundesgeschäftsführer Urban Windelen auf einem Fachgespräch der EEG-Clearingstelle in Berlin vergangene Woche. Doch bisher machen viele Hersteller keine überprüfbaren Angaben zum Wirkungsgrad, zur Regelungsgenauigkeit und zur Reaktionsgeschwindigkeit der Speicher. Eine neue Prüfrichtlinie des BVES und des Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE soll hierfür erstmals standardisierte Messverfahren festlegen. Sie soll bis Anfang März vorliegen, kündigte Martin Rothert, Leiter des Produktmanagements bei SMA an.

„Wir wollen damit auch Installateuren und Verbrauchern bessere Auswahlkriterien für Heimbatteriespeicher in die Hand geben und ein Signal für die Branche setzen“, so Rothert. Sechs bis sieben Hersteller hätten bereits angekündigt sich der Initiative anzuschließen und künftig entsprechende Produktangaben zu veröffentlichen.

Nachbesserungsbedarf sieht der Experte auch bei der Auslegung der Schnittstellen von Smart-Metern. Mit einer Messfrequenz von zwei bis vier Sekunden seien diese zu langsam für den Anschluss effizienter Batteriesysteme zur Steuerung flexibler Lasten im Hausbereich ausgelegt.

Deutlich wurde bei dem Fachgespräch auch, wie wichtig künftig eine eigenständige rechtliche Regulierung für den wachsenden Markt stationärer und mobiler Speicher ist. Denn die rechtliche Gleichsetzung von Speichern mit „Letztverbrauchern“ schafft zahlreiche Auslegungsprobleme, vor allem in punkto Befreiung von der EEG-Umlagenpflicht. So forderten sowohl Windelen, Jörg Mayer, Geschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft und Christoph Weißenborn, Justitiar beim BDEW die Politik dazu auf, in der nächsten Legislaturperiode ein eigenständiges Speicherrecht zu schaffen.