Mehr Tempo für Solarstrom

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Das Land BW macht Tempo für Solarstrom
Solarpark in Schemmerhofen (L.K. Biberach/Riß), Bild: H.C. Neidlein

Mehr Tempo für Solarstrom fordert der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller. Ab 2018 fördert das Land stationäre, netzdienliche PV-Batteriespeicher.

„Mit ihrem rigorosen Ausbaudeckel und der Belastung von Solarstrrom für den Eigenverbrauch mit der EEG-Umlage hat die bisherige Bundesregierung im Rahmen ihrer jüngsten EEG-Novellen der Solarwirtschaft quasi den Stecker gezogen und den einst starken deutschen Solarmarkt nun vollends in die Nische gedrängt. Wir müssen endlich wieder Tempo machen bei der Photovoltaik und nicht mehr, wie bisher, bremsen“, sagte Untersteller beim 4. Solarbranchentag in Stuttgart. Deshalb seien insbesondere Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz notwendig, aber auch eine Reform der Ausschreibungsbedingungen für neue große Solaranlagen, Nachbesserungen im Mieterstromgesetz sowie eine Streichung der Ausbaugrenze von bislang 52 Gigawatt für förderfähige Solaranlagen.

Tempo für Solarstrom durch Fördermaßnahmen

Untersteller kündigte daher eine Reihe von Fördermaßnahmen für den Ausbau der Photovoltaik und von Energiespeichern an. Diese Maßnahmen fördern den Bau von Solarparks auf Freiflächen in benachteiligten Gebieten und Mieterstrommodelle. Dadurch ist auch die Nutzung von mit PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien) belasteten Flächen für Photovoltaikanlagen einfacher.

Zudem arbeitet das Land an einem Förderprogramm für stationäre, netzdienliche PV-Batteriespeicher „Die Förderrichtlinie soll noch bis Ende 2017 verabschiedet werden, so dass sie bis 2018 verfügbar ist“, sagte Untersteller. Auch sollen regionale Solarinitiativen unterstützt werden. Die Veröffentlichung des Förderaufrufes ist für Anfang 2018 geplant.

Deutlich wurde bei dem Branchentag, wie wichtig die kommunale Beratung für den weiteren Ausbau des Photovoltaik vor Ort ist. So berichtete Malte Thoma vom Umweltschutzamt der Stadt Freiburg von positiver Resonanz auf die Freiburger PV-Kampagne „Dein Dach kann mehr“. „Die neutrale Beratung durch die Stadt wird sehr gut angenommen und der PV-Ausbau bei Hauseigentümern nimmt zu“, so Thoma. „Eine wichtige Aufgabe für Kommunen ist, Bürger unabhängig zu Solarstromanlagen zu beraten“, unterstrich auch Heiko Schwarzburger, Chefredakteur des Branchenblattes „Photovoltaik“.