Marokko rüstet Gebetsstätten auf Erneuerbare um

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Grüne Energie Marokko
Grüne Energie Marokko

Marokko ist, auf Grund seiner geographischen Lage als Anrainer des Mittelmeers und der Sahara, ein Land mit hohem Potenzial zur Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien. Bisher werden diese Möglichkeiten jedoch nur gering ausgeschöpft. Nun soll das Projekt „Energieeffizienz in Moscheen“ das Interesse für Erneuerbare Energien in der Bevölkerung wecken und damit den Grundstein für die Energiewende in Marokko legen. Mit Unterstützung des GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) sollen dafür bereits bis Ende diesen Jahres 100 Moscheen in marokkanischen Ballungsgebieten umgerüstet werden.

Seit Jahren macht Marokko mit Großprojekten in der Solarenergie auf sich aufmerksam. Erst im Februar dieses Jahres wurde der weltweit größte Solarpark in Ourazazate in der Sahara eingeweiht. Doch das Land hat noch viel größeres Potenzial. Auch wenn bereits ein Dritte der Energie aus Wasserkraft gewonnen wird, soll in Zukunft noch mehr Energie aus Sonne, Wind und Wasser gewonnen werden. Mit diesen Investitionen sollen bis 2020 42% des Bedarfs aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden, bis 2030 sollen es sogar 52% werden.

Als Startschuss zur Energiewende sollen bis Ende 2019 600 Moscheen in marokkanischen Ballungsgebieten auf diese nachhaltigen Technologien umgerüstet werden. Etwa 100 davon sollen bereits bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. Das Ergebnis dieses Umbaus sollen Solarzellen auf den Dächern zur Stromgewinnung und Warmwassererzeugung angebracht werden und die Beleuchtung durch LED-Leuchten ersetzt werden. Am Ende soll dies 30-40% des bisherigen Strombedarfs einsparen. Damit will Marokko ein Zeichen für die bevorstehende UN-Klimakonferenz im November in Marrakesch setzten.

Unterstützt wird dieses Vorhaben vom Deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dessen ausführende Hand GIZ. Mediale Berichterstattung soll dabei die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung für solche Technologien fördern. Deren Einsatz in Moscheen soll sie für die Vorteile Erneuerbarer Energien sensibilisieren, da die Kirche von vielen als wegweisend angesehen wird. Einer dieser Vorteile ist das Schaffen vieler neuer Arbeitsplätze, vor allem für junge hochqualifizierte Marokkaner, da die dortigen Behörden durch diese Entwicklung auf die Entstehung zahlreicher kleiner regionaler Unternehmen hoffen.

Das Projekt ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Der Fokus wird dabei auf die wirtschaftliche Stabilisierung, Demokratisierung sowie Jugend- und Beschäftigungsförderung gelegt, um damit ökonomische und soziale Perspektiven zu schaffen.

Bis dieses Ziel aber endgültig erreicht ist, ist es noch ein weiter Weg. Denn 600 umgerüstete von insgesamt 15.000 Moscheen in Marokko sollten dabei nur der Anfang sein.

Quellen: BMZ, GIZ, TAZ

 

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