Leergefischt? Welchen Fisch kann ich noch essen?

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WWF-Fischratgeber
WWF-Fischratgeber

Die Meere sind durch den zunehmenden Massenfischfang und die steigende Nachfrage über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus leergefischt. Einige Fischarten gelten als extrem gefährdet. Wer gerne Fisch und Meeresfrüchte auf dem Tisch haben will und trotzdem Wert auf eine nachhaltige Lebensweise legt, der kann im aktuellen Fischratgeber des WWF erfahren, was man noch mit gutem Gewissen essen kann. Helfen Sie mit, die Meere und Fischbestände zu schonen!

Maßvoller Genuss von Fisch und Meeresfrüchten gilt als gesunder Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Weltweit steigt die Nachfrage seit Jahren explosionsartig an. Die Welt-ernährungsorganisation berichtet, das jährlich rund 80 Millionen Tonnen maritimer Lebewesen gefangen werden. Das belastet die einst nahezu unendlich erscheinenden Bestände enorm. Riesige Trawler und schwimmende Fabriken durchkämmen die Meere mit kilometerlangen Schleppnetzen, moderne Technik ermöglicht eine hocheffiziente und metergenaue Befischung – meist werden so ganze Schwärme restlos abgefischt. Zeit für die Tiere sich zu erholen bleibt kaum – mit verheerenden Konsequenzen.

Zahlen und Fakten
Wie schlimm es um die Meereslebewesen der Erde bestimmt ist zeigen folgende Daten: So gelten nach Schätzungen der „Food and Agricultural Organization“ (FAO) der Vereinten Nationen bereits 85 Prozent aller Bestände als überfischt. Der Bestand der großen Speise- und Raubfische wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai ist um 90 Prozent zurückgegangen. Besonders schlimm: Meerestiere, die als Beifang in den Schleppnetzen landen. Meeresschildkröten, Haie, Delfine, Wale und kleine Tiere wie Muscheln oder Krabben – Schätzungen des WWF zufolge landen rund 38 Millionen Tonnen des globalen Fangs als Beifang in den Netzen. Das sind rund 40 Prozent der gesamten Fangmenge. Die meisten werden noch an Deck wie Müll „entsorgt“.

Einkaufsratgeber des WWF

Doch es gibt immer mehr Menschen, die auf das gewaltige Problem aufmerksam werden. Viele realisieren, dass Fisch bald der Vergangenheit angehört, wenn wir nicht anfangen, viel bewusster und nachhaltiger mit der wichtigen Ressource „Meer“ umzugehen. Und so steigt die Zahl der Menschen, die beim Einkauf darauf achten, nur Fisch zu kaufen, der noch als vertretbar gilt. Der World Wildlife Fund (WWF) hat aktuell einen Einkaufsratgeber veröffentlicht, der Ihnen dabei hilft, genau diese Fische im Supermarkt auszuwählen. Zudem zeigt er, von welchen Arten man unbedingt die Finger lassen sollte. Alles anschaulich unterteilt anhand der drei Attribute „Gute Wahl“ (grün), „zweite Wahl“ (gelb) und „schlechte Wahl“ (rot). (Bei vielen Fischarten werden mehrere Attribute genannt, da es starke regionale Unterschiede bzw. verschiedene Fang- und Zuchtarten gibt).

Schlechte Wahl (Beispiele):

  • Alaska Seelachs
  • Pangasius
  • Granatbarsch
  • Flunder
  • europäischer Flussaal
  • Petersfisch
  • Papageifisch

Zweite Wahl:

  • Forelle
  • Hering
  • Hummer
  • Nordseekrabbe, Nordseegarnele, Krabbe
  • Seehecht
  • Seeteufel
  • Wolfsbarsch

Gute Wahl:

  • Wels
  • Karpfen
  • Garnelen (aus Bioaquakultur)
  • Austern
  • Barramundi (aus Zucht in geschlossenen Kreislaufanlagen )
  • Flusskrebs (aus Zucht in den USA)

Eine vollständige Übersicht finden Sie in der Online-Version des WWF-Fischratgebers.

 

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