Langfristige Lösungen im Kampf gegen Kinderarbeit

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Kinderarbeit
Kinderarbeit

168 Millionen Kinder leisten nach aktuellen Studien Arbeiten, die ihnen Schaden zufügen, unter gefährlichen Arbeitsbedingungen stattfinden und sie davon abhalten zur Schule zu gehen. Am 12. Juni war der Welttag gegen Kinderarbeit 2016. Zur Lösung dieses Problems sind langfristige Maßnahmen gefragt, in denen soziale Organisationen und Wirtschaftsverbände zusammenarbeiten müssen.

2002 rief die Internationale Arbeitsorganisation (International Labor Organization, kurz ILO) den Welttag gegen Kinderarbeit ins Leben. Als Sonderorganisation der UN hat die ILO ermittelt, dass weltweit immer noch mehr als 168 Millionen Kinder arbeiten, die meisten davon sind zwischen 5 und 14 Jahre alt und in der Landwirtschaft tätig.

Warum gibt es immer noch so viel Kinderarbeit?

Die Gründe dafür sind laut ILO und UTZ vor allem sozial und wirtschaftlich bedingt: In vielen Regionen bauen Familien auf das zusätzliche Einkommen oder die Arbeitskraft auf der eigenen Farm. Der Mangel an Schulen, soziokulturellen Normen und das fehlende Wissen um die negativen Folgen sind weitere Faktoren. Im schlimmsten Fall kommt es zu Kinderhandel und moderner Sklaverei.

Die Elfenbeinküste ist eines der Länder, in denen Kinder einem besonders großen Risiko ausgesetzt sind. Vor allem auf den Kakaofeldern, denn die Elfenbeinküste ist der weltweit größte Kakaoproduzent. Man geht davon aus, dass rund 1,3 Millionen Kinder in der ivorischen Kakaoproduktion arbeiten.

UTZ, das weltweit größte Zertifizierungsprogramm für Kakao, hat das Verbot von Kinderarbeit fest in seinen Zertifizierungsanforderungen verankert und betreibt zusammen mit der International Cocoa Initiative (ICI) ein Drei-Phasen-Programm zur Eindämmung von Kinderarbeit – unter anderem in der Elfenbeinküste.

Die einzelnen Schritte lauten: Prävention, Monitoring und Unterstützung.

Seit 2013 arbeiten UTZ und die ICI an diesem System für den Kakaosektor, mit dem Unternehmen Fälle von Kinderarbeit entlang der Lieferkette zurückverfolgen und entsprechend reagieren können. Das System wird ständig evaluiert und erweitert. Nicht die Kontrollen stehen bei der Beseitigung von Kinderarbeit in der Elfenbeinküste im Mittelpunkt des UTZ-Programms, sondern die Prävention, das heißt Trainings und Schulungen. Denn Kinderarbeit wird oft durch strukturelle Schwachstellen begünstigt. Dazu gehört etwa der erschwerte Zugang zu Bildung oder zu niedrige Preise in der Lieferkette. In dem Drei-Phasen-Programm von UTZ und ICI werden die regionalspezifischen Gegebenheiten zunächst identifiziert, um entsprechend präventive Maßnahmen zuzuschneiden. Dazu arbeitet UTZ eng mit der Regierung und den großen Kakao-Händlern der Elfenbeinküste zusammen.

Kinderarbeit Grafik

Engagement gegen Kinderarbeit – ©UTZ

Die Hauptursache von Kinderarbeit ist Armut. UTZ zeigt den Farmern deshalb Anbaumethoden, die nachhaltig und umweltschonend ihren Ertrag, und damit ihr Einkommen, erhöhen. Die Schulung der Farmer in effektiven Anbaumethoden ist demnach ein Mittel, das im Kampf gegen Kinderarbeit wirken kann. Wird Kinderarbeit festgestellt, greift ein Aktionsplan mit konkreten Handlungsvorgaben. Oftmals reichen schon einfache Maßnahmen, wie die Zurverfügungstellung einer Geburtsurkunde oder Schuluniformen, die für den Schulbesuch Pflicht sind. Je nach Bedingungen vor Ort, gibt der Aktionsplan auch komplexere Handlungsrichtlinien zur Hand. So zum Beispiel bei Fällen von Kinderhandel. In dieser Situation ist es nötig, dass sofort die lokalen Behörden eingeschaltet werden. Auch die Schaffung von Arbeitsstellen für Frauen kann helfen, dass ausreichend Arbeitskräfte vorhanden sind und die Farmer nicht auf die Mitarbeit von Kindern ausweichen müssen.

Die Organisation warnt vor kurzfristigen Lösungen. Kinderarbeit sei ein vielschichtiges Problem, dem nur durch nachhaltige und Sektor-übergreifende Maßnahmen begegnet werden könne.

Quelle und weitere Informationen: www.utz.org.

 

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