Länder wollen Diesel und Benziner verbieten

,

Keine Diesel- und Benzinfahrzeuge ab 2030
Keine Diesel- und Benzinfahrzeuge ab 2030

Neuzulassungen von Benzin- und Dieselfahrzeugen sollen ab 2030 nicht mehr möglich sein. Das geht aus einem Beschluss des Bundesrates hervor, der in der jüngsten Sitzung gefasst wurde. Ein entsprechendes Verbot befürworten fraktionsübergreifend sowohl SPD- als auch unionsregierte Länder. Auch die Grünen begrüßen die Entscheidung, hatten noch Ende September einen solchen Antrag für den eigenen Bundesparteitag im November eingebracht.

Der Beschluss fordert die EU-Kommission auf, „die bisherigen Steuer- und Abgabenpraktiken der Mitgliedstaaten auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Förderung emissionsfreier Mobilität auszuwerten…, damit spätestens ab dem Jahr 2030 unionsweit nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden“.

Diesel- und Benzinmotoren sind nicht nur ein Auslaufmodell, sie stellen auch eine der größten Bedrohungen für Klima und die menschliche Gesundheit dar.

Die Parteichefin der Grünen, Simone Peter, dazu: „Seit Dieselgate und Klimaabkommen in Paris ist klar: Der Verbrennungsmotor ist ein Auslaufmodell. Der Umstieg auf klimafreundliche Elektromobilität, angetrieben durch erneuerbare Energien, ist überfällig“.

Die Grünen werfen der Großen Koalition vor den Klimaschutz zu schleppend voranzutreiben. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen seien die Bestrebungen zu wenig.

Was der Bundesrat nun beschlossen hat, kündigt einen echten Kurswechsel im Umgang mit der Automobilindustrie an. Es geht nicht mehr um strengere Kontrollen oder Grenzwerte, mit der kompletten Abschaffung des Verbrennungsmotors werden die Hersteller gezwungen auf elektrische Antriebe umzurüsten. So bald wie möglich, da sie sonst im globalen Markt zurückfallen würden.

Was die wichtigen Märkte China und die USA angeht, hängen die Europäer eh schon hinterher. In der Volksrepublik wird mit starker Unterstützung durch den Staat gerade eine Industrie für Elektroautos aus dem Boden gestampft. In den USA sind die Umweltschutzauflagen bereits jetzt höher als in der EU.

Ein Verbot der Verbrennungsmotoren bis 2030 könnte auch bei den Herstellern dafür sorgen, dass sich schon jetzt weniger halbherzig um die Entwicklung alternativer Antriebe gesorgt wird. Bisher war dies eher nicht der Fall, weil sich die Hybride oder E-Autos kaum verkauften. Der Umsatz wurde stattdessen mit Diesel und Benziner gemacht. Ein Verbot dieser Antriebe würde VW und Co vor Allem eines geben: Planungssicherheit. Ist das Ende der Umweltsünder besiegelt, ist davon auszugehen, dass sich die Investitionen in alternative Antriebe für die Hersteller auszahlen.

Quelle: Spiegel

 

Leave a Reply