Kühlen mit Sonnenenergie

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Kühlen mit Sonnenenergie? Das erscheint zunächst paradox. Kühlbedarf besteht generell dort, wo hohe Temperaturen herrschen, sprich die Sonne scheint. Daher ist die Idee, die Energie der Sonne zu nutzen, um Kühlkreisläufe zu erzeugen, einleuchtend. Die vorhandene Wärme kann eingesetzt werden, um Gebäude, Nahrungsmittel und Medikamente kühl zu halten. Besonders Interessant scheint dies für ärmere (oft auch sehr warme) Länder, in denen es in vielen Regionen an einer funktionierenden Strom- und Wasserversorgung mangelt.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg betreiben schon seit längerer Zeit solarbetriebene Klimaanlagen. In dem Projekt „Medisco“ (MEDiterranean food and agro Industry applications of Solar COoling) wurden nun in einer Weinfabrik in Tunesien und einer Molkerei in Marokko Solaranlagen installiert, um dort Wein und Milch zu kühlen.

Das Prinzip ist dabei nichts Neues. Mit Spiegeln fokussieren Solarkollektoren die Sonnenstrahlen, um damit über einen Absorber Wasser auf 200 Grad Celsius zu erhitzen. Die Wärme wird genutzt, um eine Absorptionskältemaschine anzutreiben, welche über einen Kühlzyklus die benötigten Temperaturen erzeugt. Neben leicht verderblichen Lebensmitteln, wie im oben genannten Beispiel Milch und Früchte, können so auch Gebäude klimatisiert und Medikamente und Impfstoffe kühl gehalten werden. Der Energiebedarf ist dabei um ein deutliches geringer als bei konventionellen Methoden.

Das größte Manko der Methode sind momentan noch die Kosten für die Anlage. Diese belaufen sich auf eine Summe zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Solche Preise sind für Unternehmen in Entwicklungsländern noch zu hoch. Der Bedarf für die Anlagen im sonnenreichen Afrika ist jedoch groß. Dazu ist es laut einem DW-World-Bericht entscheidend, die Menschen in den Prozess mit einzubinden, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Teile der Anlagen könnten direkt in den betroffenen Ländern hergestellt werden und Einheimische als Ingenieure für die Anlagen ausgebildet werden. Außerdem müssten Industrienationen und einheimische Regierungen die Einbettung der neuen Technologien unterstützen.

Simon Fischer

 

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