Konzept Bürgerbeteiligung bei Windkraftprojekten

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Bürgerwindenergieprojekte
Bürgerwindenergieprojekte

Nach den Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima gilt in Deutschland: Die Energiewende kommt. Auch die Windkraft wird kontinuierlich ausgebaut. Damit werden große Mengen CO2 eingespart und die Weltbevölkerung wird unabhängiger von fossilen Energieträgern. Derzeit rücken Windkraftanlagen durch ihre zunehmende Größe und Zahl immer mehr ins Bewusstsein der Deutschen. Viele Bürgerinnen und Bürger wollen die Energiewende aktiv mitgestalten: In Bürgerwindparks und Bürgerbeteiligungen bietet sich ihnen die Möglichkeit dazu. Das Portal Wind-turbine.com erklärt die Ideen dahinter – heute Teil I.

Die Idee des Bürgerwindparks ist nicht ganz neu, aber nach wie vor zukunftsfähig

Viele Ideen, die am Anfang noch als unrealistische Utopie gelten, können doch gelingen, wenn viele Menschen an einem Strang ziehen. Auch die Energiewende schien Mitte der 80er Jahre noch eine solche Utopie zu sein: Wer hätte damals gedacht, dass Erneuerbare Energien einmal (im Jahr 2015) ein Drittel der Stromerzeugung in Deutschland abdecken würden, darunter die Windkraft mit allein schon 13 %? Einen wesentlichen Teil dieses Erfolgs verdanken wir den Anstrengungen von Bürgern, die wichtige Anschubenergie für die Windkraft lieferten, lange, bevor nun auch Konzerne wie RWE oder Vattenfall allmählich auf den fahrenden Zug aufspringen. Führend beim Thema der Bürgerwindparks war und ist der Norden: In Nordfriesland sind satte 90 % aller Windparks in Bürgerhand.

Heutzutage ist es zumindest bei Onshore-Windkraft-Projekten in aller Regel üblich, Bürgern eine Beteiligungsmöglichkeit zu bieten. Um die hohe Akzeptanz der Energiewende und Begeisterung für die Windenergie besonders in der Region zu erhalten und zu verbessern, wird die Bevölkerung in die Projekte mit eingebunden. Oder sie stellt selbst etwas Großes auf die Beine.

Eine Energiewende, die die Bürger einbindet, ist besser akzeptiert

Ein Bürgerwindpark ist im engeren Sinn als Initiative einer Anzahl von Bürgern zu verstehen, die sich als Unternehmen zusammenschließen, um ein Windkraft-Projekt gemeinsam zu realisieren und später daraus Wert zu schöpfen. Gleichfalls beteiligen sich nach dem weiteren Sinn des Begriffs auch einzelne Bürger, indem sie ihr Vermögen als Kapital in die Planung einbringen und später Renditen zurückerhalten. Das überzeugende Argument für Bürgerbeteiligungen bei Windkraft-Projekten: Wo die Bürger aktiv beteiligt werden und einen wirtschaftlichen Vorteil als Kompensation für eventuelle Einschränkungen an Lebensqualität erwarten können, sind sie viel eher bereit, einen Windpark in der Umgebung zu akzeptieren. So können Bürgerbeteiligungen ein wichtiger Pfeiler einer Energiewende sein, die die Bürger ernst nimmt und nicht einfach ohne deren Mitsprache vorangetrieben wird. Neben dem Bewusstsein, das eigene Geld in eine zukunftsfähige Sache investiert zu haben, bieten sich auch den Unternehmen Vorteile in Form erhöhter Akzeptanz und zusätzlichen Kapitals.

Bürgerbeteiligungen in der Windkraft können eine regelrechte kommunale Wertschöpfung in Gang setzen: Dank Gewerbesteuern erwarten klamme Kommunen neue Einnahmen. Wenn wie bei Bürgerwindparks üblich die Betreibergesellschaft ihren Sitz auch in der Standort-Gemeinde des Windparks hat, fließen Gewerbesteuern zu 100 % in die Kassen der Gemeinde. Regionale Banken beteiligen sich mit Krediten an der Finanzierung der Projekte, Unternehmen vor Ort erhalten Aufträge zur Planung, Errichtung und Wartung der Windkraftanlagen und schaffen Arbeitsplätze für Servicetechniker. Bürger profitieren in zweifacher Hinsicht direkt von ihrem Windpark: Grundstückseigentümer und Anrainer verdienen an der Pacht, am Bürgerwindprojekt Beteiligte können sich über Ausschüttungen freuen.

Am Donnerstag wird es unter anderem darum gehen, warum sich die Beteiligung an einem Bürgerwindvorhaben lohnen kann. Was sind mögliche Risiken bei einem solchen Vorhaben. Das alles im zweiten Teil des Gatbeitrags.

Quelle: https://wind-turbine.com/

 

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