Konventionelle Energien gefährden Klimaschutzziele

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Kohlekraftwerk
Kohlekraftwerk

Deutschland auf dem Weg zur CO2-Neutralität? Dekarbonisierung unserer Energiewirtschaft? Weit gefehlt! Das prognostiziert das Forschungs- und Beratungsunternehmen GlobalData. Laut deren neuester Studie wird sich in Deutschland zwar die Energieerzeugung mit Solar- und Windkraft bis 2025 verdoppeln, die Kohlendioxid-Emissionen aber trotzdem nur minimal sinken. Zu verdanken haben wir das nach Ansicht der Analysten den Kohlekraftwerken, die hierzulande bis 2020 neu ans Netz gehen und die die Energie-wende und den Klimaschutz stark untergraben werden. Klimaschutz und Kohle sind unvereinbar, so die Botschaft der Studie.

Dass das deutsche Klimaschutzziel bis 2020 als gefährdet gilt, ist mittlerweile allseits bekannt. 40 Prozent weniger CO2 verglichen mit dem Referenzjahr 1990 – so steht es nach wie vor auf der Agenda der Bundesregierung. „Klimakanzlerin“ Merkel und die Koalition werden nicht müde, dieses Ziel auch weiterhin zu propagieren. Wie es erreicht werden soll, ist allerdings noch weitestgehend ungeklärt. Klar ist, ohne zusätzliche Maßnahmen wird das 40-Prozent-Ziel wahrscheinlich eine Wunschvorstellung bleiben. Dafür müssten die CO2-Emissionen bis 2020 zusätzlich um rund 60 bis 100 Millionen Tonnen verringert werden.

Die 22 Millionen Tonnen CO2, die die Bundesregierung im Kraftwerksbereich zusätzlich einsparen will, wären da nur wenig mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zu allem Überfluss ist derzeit noch nicht einmal sicher, wie diese Einsparung realisiert werden soll. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriels Vorhaben, die 22 Millionen Tonnen durch die Einführung einer Strafabgabe auf alte Kohlekraftwerke einzusparen, wurde in den letzten Monaten derart kritisiert, dass deren Umsetzung als immer unwahrscheinlicher gilt. (CEP berichtete)

Dabei würde die Klimaabgabe – auch wenn dadurch insgesamt zu wenig CO2 eingespart werden würde -, genau dorthin zielen, wo es am wichtigsten wäre, wenn Deutschland seine Rolle als Klimaschützer und Vorreiter in Sachen globale Energiewende weiter glaubhaft vertreten will: nämlich auf die besonders schmutzige Stromerzeugung mit dem fossilen Rohstoff Kohle. Die Kohlekraft untergräbt den Klimaschutz und die Energiewende wie keine andere Energiequelle, so auch die Botschaft der Studie des Forschungs- und Beratungsunternehmen GlobalData.

Dabei sieht es eigentlich gut aus, was den Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland betrifft, schreiben die Studienautoren. Doch während die installierte Leistung aus Erneuerbaren Energien von rund 86 Gigawatt im Jahr 2014 auf voraussichtlich 147 GW im Jahr 2025 steigt und die Energieerzeugung mit Solar- und Windkraft bis dahin nahezu verdoppelt, werden die Anstrengungen zur Verringerung der CO2-Emissionen durch die neuen Kohlekraftwerke zunichte gemacht, so die Studie. Die GlobalData-Analysten gehen davon aus, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3000 Megawatt neu ans Netz gehen werden.

Diese Prognose ist leider realistisch. Zwei neue Kohlekraftwerke sind schon in der Planung. Zum einen das Kraftwerk Datteln des deutschen Energiekonzerns E.on mit 1.100 Megawatt (das noch per Gerichtsbeschluss auf Eis liegt) und eine 1.000-Megawatt-Anlage in Stade, die der Chemiekonzern Dow Chemical zur Zeit baut.

„Die deutsche Regierung will bis 2022 aus der Atomkraft aussteigen. Daher wird die Kohleverstromung zunehmen“, befürchtet Chatterjee (Senior Analyst bei GlobalData). Das bedeutet steigende Emissionen.

Chatterjee geht davon aus, dass bis 2020 drei Gigawatt Kohlestrom neu ans Netz gehen. Damit werde das Ziel Klimaschutz untergraben.

Er befürchtet, dass 60 Prozent der fossilen Anlagen Kohlekraftwerke sein werden Die fossilen Kraftwerke hätten dann einen Anteil von etwa 50 Prozent an der gesamten Stromerzeugung. 

 

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