Kommunale Wärmewende dank Holzenergie

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Die Energiewende kann nur erfolgreich sein, wenn es auch eine „Wärmewende“ gibt. Wie die gelingen kann, macht die hessische Gemeinde Cölbe vor: Im Ortsteil Schönstadt versorgt eine Energiegenossenschaft über ein Nahwärmenetz einen Großteil der Haushalte mit klimafreundlicher Holzwärme. Mit diesem und weiteren Projekte baut Cölbe regional die Erneuerbaren Energien aus und wird daher von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) mit dem Titel „Energie-Kommune“ ausgezeichnet.

Bis 2040 will die Gemeinde Cölbe zu 100 Prozent auf Erneuerbare Energien umstellen und die eigenen Energieeffizienzpotenziale ausschöpfen. Der Anfang dafür ist seit 2008 durch eine Vielzahl von neuerrichteten Erneuerbare-Energien-Anlagen gemacht. Besonders hervorzuheben ist die Nahwärmeversorgung von 290 Liegenschaften im Ortsteil Schönstadt. Seit Oktober 2012 verbindet ein 13 Kilometer langes Leitungsnetz das Holzheizkraftwerk des lokalen Holzunternehmens mit drei Viertel der Haushalte im Ortsteil.

Mittels energieeffizienter Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt ein regionaler Holzunternehmer aus den im Betrieb anfallenden Sägespänen ein Megawatt Strom und fünf Megawatt Wärme. Im Vergleich zu Öl oder Gas hat die Holzwärme einen verlässlichen Preis, eine positive ökologische Bilanz und bedeutet eine erhebliche Wertschöpfung vor Ort. Allein das eingesparte Heizöl hatte 2014 einen Wert von rund 456.000 Euro, die nicht aus der Kommune abflossen.

„Ein großer Erfolgsfaktor war die frühe Kommunikation in die Bürgerschaft, die seit der Entstehung der Idee aktiv durch Umfragen, Beratungen und öffentliche Veranstaltungen in den Entwicklungsprozess einbezogen wurde“, erinnert sich Carle, „es war uns besonders wichtig, mit der Energiewende den Bürgern vor Ort durch kommunale Wertschöpfung etwas zurückzugeben.“

„Erneuerbare Wärme ermöglicht Kommunen und den Menschen vor Ort eine sichere und umweltfreundliche Wärmeversorgung“, sagt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE. „Die Gemeinde Cölbe macht vor, wie durch das Engagement von Bürgern, Unternehmen und Kommune die Wärmewende mit Leben gefüllt wird.“

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

 

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