Kohle aus Biomasse

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Biokohle aus Holz und Laub

Das brandenburgische Unternehmen SunCoal Industries stellt Biokohle aus Biomasse her – ein klimafreundlicher und vielseitiger Brennstoff. Der Herstellungsprozess dauert nur wenige Stunden.

Zum Vergleich: die Entstehung von fossilen Kohlen wie Braunkohle oder Steinkohle kann mehrere Millionen Jahre dauern. Für die Herstellung der Biokohle wird Biomasse in Form von Holz, Laub oder landwirtschaftlichen Reststoffen zu Kohle verkocht. Das Besondere der Sonnenkohle ist, dass sie CO2-neutral ist: bei ihrer Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen zuvor durch Photosynthese gebunden haben. Der Kohlenstoffkreislauf bleibt ausgeglichen.

Im von SunCoal angewandten CarboREN-Verfahren wird Biomasse zu Kohlenstaub homogenisiert. Der Vorgang nennt sich hydrothermale Karbonisierung (HTC) und ahmt im Grunde den natürlichen Inkohlungsprozess der Braunkohleentstehung technisch nach.

Die Biomasse wird auf rund 180 Grad erhitzt und dabei Kohlenstoff umgesetzt. Das Ergebnis ist ein wässriger Schlamm, der speziell getrocknet wird. Man erhält reinen Kohlenstaub, der weiter verpresst werden kann zu Briketts oder Pellets.

Da Biokohle fast die gleichen Eigenschaften wie Braunkohle aufweist, ist sie für die Verbrennung und somit als Ersatz fossiler Energieträger geeignet. Ihre Energiebilanz ist jedoch besser als die von Braunkohle. Auch ist der Energiegewinn aus Biokohle höher, als bei der Verbrennung frischer Biomasse, beispielsweise in Biogasanlagen oder Biomasseheizkraftwerken.

Biokohle kommt auch als Dünger zur Bodenverbesserung zum Einsatz aufgrund ihrer Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu binden. Sie kann neue Kohlenstoffsenken im Boden bilden und so einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Der Vorgang der hydrothermalen Karbonisierung, das sogenannte Bergius-Verfahren, wurde bereits vor 100 Jahren entwickelt. Inzwischen ist die Technologie so weit vorangeschritten, dass eine kommerzielle Nutzung denkbar ist. SunCoal plant schon ab 2011 eine Produktion im industriellen Maßstab.

Josephin Lehnert

 

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