Studie: Klimawandel wird Nahrungsmittelangebot einschränken

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Klimawandel - Nahrungsmittelangebot
Klimawandel - Nahrungsmittelangebot

Eine neue Studie der Oxford University zeichnet eine düstere Prognose von den Auswirkungen der globalen Erwärmung: Bis 2050 könnten über eine halbe Millionen Menschen an den Folgen des Klimawandels auf das Nahrungsmittelangebot sterben. Drei Viertel dieser Todesfälle werden sich in China und Indien ereignen, so die Forscher. Die negativen Auswirkungen der Erderwärmung werden auch auf die Ernährung in Europa Einfluß nehmen und es könnte vor allem an Obst und Gemüse mangeln.

Unterernährung ist in der westlichen Welt kein wirkliches Problem mehr, doch in vielen Dritte-Welt-Ländern hungern nach wie vor Millionen von Menschen. Der Klimawandel und die häufiger auftretenden Wetterextreme tragen dazu bei. Klimaforscher warnen, dass die globale Erwärmung zu einer Zunahme von Ernteausfällen und Hungersnöten führen wird.

Bis auf einige Wetterextreme wie Hitzewellen sind die Menschen in Europa von den Folgen der Erderwärmung verschont geblieben. Daher glauben viele Menschen, dass der Klimawandel ein Problem der Entwicklungsländer ist. Forscher prophezeihen, dass dem nicht so ist. Die Erderwärmung wird globale Probleme, wie ein verringertes Nahrungsmittelangebot, verursachen.

Auf diese Entwicklung verweisen britische Forscher der Oxford University. Sie behaupten sogar, dass bis zum Jahr 2050 mehr als eine halbe Millionen Menschen an der Veränderung des Lebensmittelangebotes sterben könnten. Die Forscher schreiben, dass Menschen in Zukunft weit weniger Obst und Gemüse anbauen, ernten und essen können. Die veränderte Ernährungsweise könnte dazu führen, dass mehr Menschen an Mangelernährung als an Unterernährung sterben.

Die Studienautoren betonen, dass auch ein minimal verringertes Nahrungsmittelangebot zu deutlichen Änderungen im Energiehaushalt und zu erheblichen Folgen für die Gesundheit führen kann. „Wir kamen zu dem Ergebnis, dass das zu etwa 529.000 zusätzlichen Toten bis zum Jahr 2050 führen könnte“, sagte Studienleiter Dr. Marco Springmann.

Am schlimmsten betroffen seien Länder mit mittlerem oder geringem Pro-Kopf Einkommen. Für die westliche Pazifikregion errechneten die Forscher zirka 264.000 für Südostasien zirka 164.000 ernährungsbedingte Todesfälle. Die meisten Todesfälle würden sich vermutlich in China (248.000 Tote) und Indien (136.000) ereignen. „Der Klimawandel wird einen erheblichen Einfluß auf die künftige Sterberate haben, selbst wenn wir von einem optimistischen Szenario ausgehen,“ so Springmann.

Auch in Europa und anderen Ländern mit hohem Pro-Kopf Einkommen werde sich der Mangel an Obst und Gemüse deutlich bemerkbar machen. Im Jahr 2050 könnten in Europa etwa 60 Prozent aller frühzeitigen Todesfälle durch Mangelernährung ausgelöst werden. Besonders hart werde es Italien und Griechenland treffen.

Neben einer Verringerung der Treibhausgasemissionen empfehlen die Autoren, baldmöglichst Anpassungsmaßnahmen an das veränderte Nahrungsmittelangebot einzuleiten. „Öffentliche Gesundheitsprogramme, mit denen Mangel- und Unterernährung vorgebeugt und bekämpft werden, müssen stärker gefördert werden, damit wir uns an die klimabedingten Folgen für unsere Gesundheit anpassen können“, so Springmann abschließend.

Quelle: The Oxford Martin Programme

 

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