Klimawandel „amtlich“ in Deutschland angekommen

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Der Klimawandel ist real: auch in diesem Jahr kam es zu schweren Schäden durch Hochwasser, Starkregen und Überschwemmungen
Der Klimawandel ist real: auch in diesem Jahr kam es zu schweren Schäden durch Hochwasser, Starkregen und Überschwemmungen

Der Klimawandel ist Realität – auch in Deutschland! Das Jahr 2015 wird von Klimawissenschaftlern als „das Jahr der Extreme“ bezeichnet und auch 2016 hat man bereits seit Januar das Gefühl durchgängig April zu haben. Jetzt hat auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages amtlich in einer Studie die “Extreme Wetter- und Naturereignisse in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren” untersucht und einen Überblick über die zu erwartenden Folgen des Klimawandels in den einzelnen Regionen Deutschlands gegeben, wobei die daraus resultierenden Schäden, Veränderungen und Beeinträchtigungen prognostiziert werden.

Als Grundlage für die Studie dienten Daten der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re), die anhand der folgenden Kriterien ausgewählt wurden:

  • weltweit größte Schäden für die Gesamtwirtschaft
  • weltweit größte Schäden für die Versicherungswirtschaft
  • weltweite Ereignisse mit den meisten Todesopfern

Diese Ereignisse wurden daraufhin klassifiziert in:

  • Geophysikalische Ereignisse (Erdbeben, Tsunami, vulkanische Aktivität)
  • Meteorologische Ereignisse (tropischer Sturm, außertropischer Sturm, konvektiver Sturm, lokaler Sturm)
  • Hydrologische Ereignisse (Überschwemmung, Massenbewegung)
  • Klimatologische Ereignisse (Extremtemperaturen, Dürre, Waldbrand)

Das Ergebnis: Allein die durch Hochwasser, Starkregen und Überschwemmungen entstanden Versicherungsschäden für Frühjahr 2016 betrugen mehr als 1,2 Milliarden Euro. Durch die Hitzewelle im Sommer 2015 starben mehr Menschen als durch jede anderer Naturkatastrophe im selben Jahr und zwischen den Jahren 1997 und 2015 kam es gerade einmal in vier Jahre nicht zu Sturmfluten, Hagelschäden und Dürren in Deutschland.

Selbst die letzten Zweifler sollte dieser Bericht vom Klimawandel überzeugen. So gab es 1970 achtmal Stürme, Waldbrände und andere Naturkatastrophen in Deutschland, 1990 waren es bereits 17 und 2010 knapp 30. Zeitgleich wuchs die Zahl der Tage mit über 30 Grad von durchschnittlich drei auf acht Tage im Jahr. Die Frosttage werden weniger, während die Rekordtemperaturen weiter steigen. So gab es im Winter 2012 in München einen Rekordwert von 20 Grad plus. Der Frühsommer 2014 dagegen wurde von Unwetter und Hagelstürme bestimmt. Dann ist da noch die wochenlange Hitzewelle im Sommer 2015, welche Menschen im ganzen Land das Leben kostete.

Die Prognosen für die klimatische Zukunft Deutschlands sehen nicht besser aus. Für die einzelnen Regionen gibt der Wissenschaftliche Dienst folgenden Überblick über die Folgen des Klimawandels und daraus resultierende Schäden, Veränderungen und Beeinträchtigungen:

Regionen mit warmem Klima

  • In Zukunft kommt es zu einer räumliche Ausdehnung der Region, sowie einem besonders starken Anstieg von heißen Tagen und Tropennächten
  • Für das Ende des Jahrhunderts sind stärkere Hitzewellen zu erwarten, voraussichtlich zunehmend mit Trockenheit verbunden, sowie einer weiter anhaltenden räumliche Ausdehnung

Regionen mit trockenerem Klima
Dies sind die aktuell durch ganzjährig unterdurchschnittliche Niederschläge trockensten Regionen Deutschlands, welche starken jahreszeitlichen Schwankungen von Temperaturen und Niederschlägen unterliegen.

  • In Zukunft wird es zu weitere Beschränkung der Wasserressourcen durch einenTrend zu höheren Sommer- und Wintertemperaturen, sowie der Zunahme der heißen Tage und Tropennächten kommen

Regionen mit kühlerem Klima
Dabei handelt es sich um Regionen mit gemäßigten Temperaturen, einer großer Anzahl an Tagen mit Starkregen und Starkwind, sowie einer geringen Anzahl an Frosttagen und Trockentagen.

  • In Zukunft ist mit einem Anstieg des Schadenspotenzials durch Extremereignisse z.B. Flusshochwasser zu rechnen.
  • Für das Ende des Jahrhunderts wird ein häufigeres Auftreten von Sturmfluten durch Meeresspiegelanstieg erwartet

Regionen mit Mittelgebirgsklima
Dies sind Regionen mit einer großen Anzahl an Tagen mit Frost und Starkregen, bei hohen Sommer- und Winterniederschlägen.

  • In Zukunft ist von einer Zunahme der Niederschläge in Wintermonaten auszugehen, welche jedoch seltener als Schneefall auftreten. Die Durchschnittstemperaturen in Sommer und Winter werden ansteigen

Regionen mit Gebirgsvorlandklima
Dabei handelt es sich um Regionen mit überdurchschnittlichen Sommerniederschlägen, sowie großer Anzahl an Tagen mit Frost und Starkregen.

  • In Zukunft wird hier eine Zunahme der Sommertemperaturen und Anzahl der heißen Tage erwartet, wobei sich die Auswirkungen durch projiziertes Siedlungs- und Verkehrsflächenwachstum verstärken werden

Regionen mit Gebirgsklima
Dies sind Regionen mit insgesamt hohen Niederschlagswerten, wobei es viele Frost- und Starkregentage gibt.

  • In Zukunft werden die Starkregenereignisse und Winterniederschläge wahrscheinlich zunehmen, wohingegen die Sommerniederschläge abnehmen werden. Dabei kommt es zu einer überdurchschnittlich starken Erwärmung.

Quelle: http://www.bundestag.de/blob/406538/4c519b35f2d56af15024502fcd1290fc/wd-8-049-16-data.pdf

 

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