INDC-Bericht zu Klimaplänen von 146 Ländern

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CO2 Emmissionen steigen weiter
CO2 Emmissionen steigen weiter

Die Vereinten Nationen haben die nationalen Klimapläne von 146 Staaten, die etwa 86 Prozent der globalen Emissionen verursachen, ausgewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd. 

In gut vier Wochen beginnt die Klimakonferenz in Paris. Die Begrenzung des CO2-Ausstoßes für die Zeit zwischen 2020 und 2030 haben die Länder bereits im Vorfeld beschlossen, jedes für sich, freiwillig und individuell.

Doch wenn der individuelle CO2-Ausstoß somit gar nicht mehr zur Debatte steht, worüber wird dann in Paris noch diskutiert? Es geht um Hilfsgelder für die ärmeren Entwicklungs- und Schwellenländer, Schadensersatz für Klimaschäden, Patent-fragen, den Schutz von Wäldern und anderen wertvollen Naturgebieten, und vor allem darum, wem bei der Umsetzung der erzielten Vereinbarungen wie stark unter die Arme gegriffen wird. Bei den Vorverhandlungen ist bereits Protest darüber entbrannt, wie viel finanzielle Hilfe arme Staaten für den Ausbau erneuerbarer Energien oder bei der Bewältigung von Wetterkatastrophen erwarten dürfen. Der Vorwurf: Die Industriestaaten, also die größten Klimasünder überhaupt, würden bevorzugt werden. Die Relationen stimmen nicht, so hieß es.

Zentral für die Erreichung des Zwei-Grad-Ziels bleiben jedoch die freiwilligen Verpflichtungen der einzelnen Staaten, die INDCs (Intended Nationally Determined Contributions). Anstatt bei der eigentlichen Klimaverhandlung über eine übergreifende Verpflichtung zu beraten, hat man sich dieses Mal dazu entschlossen, dass jeder Staat selbst entscheiden darf, mit welchen Methoden, nach welchen Maßstäben und in welchem Zeitrahmen zur globalen CO2-Reduktion beigetragen werden soll.

Die Idee dahinter: Jedes Land hat unterschiedliche Interessen und Möglichkeiten. Wenn 196 Staaten, darunter moderne Industriestaaten, aufstrebende Schwellenländer und viele arme Entwicklungsländer zwanghaft versuchen, einen gemeinsamen Nenner zu finden, dann sind die Verhandlungen zum Scheitern verurteilt.

Das liegt daran, dass kein Staat aus Angst vor Wettbewerbsnachteilen Zugeständnisse machen möchte. Zudem werden Vereinbarungen, deren Befolgung mit ungewiss hohen Kosten verbunden sind, äußerst ungern getroffen. Zum anderen fühlen sich Staaten oft nur begrenzt an die getroffenen Beschlüsse langfristig gebunden, wenn die Kosten unangenehm hoch ausfallen. 

Entscheiden die Regierungen nun selbst, wie sie bei der Reduktion ihrer Emissionen vorgehen wollen, haben sie mehr Spielraum für Lösungen, die ihren Bedürfnissen entgegenkommen und sie stehen weniger unter innenpolitischem Druck. Zudem hofft man, dass die selbstauferlegten Verpflichtungen eher eingehalten werden. 

Die Effektivität des Vorgehens wird sich langfristig zeigen, wenn es an die Umsetzung der Verpflichtungen geht. Die Umrechnung der Dokumente hat aber schon gezeigt, dass die anfänglichen Bestrebungen, zu denen die beteiligten Länder sich im Zusammenhang mit dem Zwei-Grad-Ziel bekannt haben, eher enttäuschen. Trotz der Klimapläne ist zu erwarten, dass der globale Ausstoß an Treibhausgasen zwischen 2020 und 2030 weiter steigen wird und das angestrebte Zwei-Grad-Ziel in weite Ferne rückt. 

Die Bewertung des INDC-Berichts lässt somit folgende Schlussfolgerung zu: Es ist zu früh, das Zwei-Grad-Ziels zu beerdigen, doch steigen die Temperaturen so, wie es die Prognosen erwarten lassen, wird sich die Weltgemeinschaft etwas einfallen lassen müssen.

 

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