Klimafolgenanpassung wichtiger denn je

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Wetterextreme aufgrund des Klimawandels
Wetterextreme aufgrund des Klimawandels

Sturm, heftiger Regen und schließlich sehr hohe Temperaturen – die diesjährigen Extremwetterereignisse haben gezeigt, dass Klimaschutz alleine nicht mehr ausreicht. Wichtiger denn je sind nun Strategien und Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung, so das Umweltbundesamt in einer Pressemitteilung.

Schaut man auf die Niederschlags- und Temperaturwerte des diesjährigen Sommers, dann fällt auf: Die Sommermonate waren zwar nur geringfügig wärmer als der Durchschnitt der Sommer in der Referenzperiode 19961-1990 und auch die Niederschlagswerte waren nicht auffallend hoch. Allerdings fielen die Niederschläge sehr konzentriert, Starkregenereignisse prägten den Frühsommer 2016 in Deutschland. Vor allem der Süden und Westen war davon betroffen, so wie beispielsweise im bayrischen Simbach: In dem Ort fielen180 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden und hinterließ eine Zerstörung, die bisher kaum für möglich gehalten worden ist.

Wo liegt die Ursache für diese Extremwetterereignisse? Verantwortlich hierfür war die ungewöhnlich langanhaltende Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“, die zwischen Ende Mai und Anfang Juni an über 10-14 Tage lange herrschte. Und das teils an sieben aufeinanderfolgenden Tagen. Die Klimamodelle der Klimaforschung lassen vermuten, dass sich solche Wetterlagen im Zuge des Klimawandels öfter einstellen werden. So könnten die Sturzfluten dieses Jahres nur ein Vorgeschmack auf zukünftige Sommer sein. Genauere Wettervorhersagen, eine bessere Eigenvorsorge auf Seiten der Bevölkerung sowie eine neue Kultur im Umgang mit Naturgefahren werden damit notwendig. Die Vulnerabilitätsanalyse der Bundesregierung vom vergangenen Jahr setzt bereits an diesem Wissen an. Der Aktionsplan Anpassung II des Fortschrittsberichts zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel leitet konkrete Vorschläge ab, wie sich Deutschland auf Extremwetterereignisse besser einstellen kann.

Im Zuge dessen sollen hochaufgelöste Risikokarten für extreme Niederschläge dabei helfen, bei Starkregen die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Starkregenkartierung Deutschlands steht derzeit erst am Anfang, so ist unter anderem die Stadt Unna eine der wenigen Städte, die bereits über eine Starkregengefahrenkarte verfügt. Die Karte zeigt die Fließwege und Überflutungen, die durch sehr intensiven Regen entstehen können. Demnach können zukünftig Vorsorgemaßnahmen, wie beispielsweise eine bessere Kellerabdichtung, frühzeitig getroffen werden. Neben der Verbesserung des Frühwarnsystems und der Stärkung der Eigenvorsorge spielt die Prävention eine wichtige Rolle im Anpassungsprozess. Eine wassersensible Stadtentwicklung sollte bewusst Zwischenspeicher für plötzlich auftretende Wassermassen einplanen oder durch entsiegelte Freiflächen die Versickerung von Regenwasser fördern. Eine solche „Schwammstadt“ beugt Sturzfluten oder Überschwemmungen vor. Beispiel dafür ist die Hamburger Gründachstrategie, denn Gründächer verzögern den Abfluss von Regenwasser und tragen dazu bei, den Stadtklimaeffekt zu verringern.

Genauso wichtig bleiben nach wie vor die Aufgaben des Klimaschutzes, um die Anforderungen an Anpassungsmaßnahmen nicht ins Unrealistische zu treiben und dem Klimawandel mit seinen Folgen weiterhin entgegenzuwirken. Dazu zählen unter anderem Energieeinsparmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden aber auch in privaten Haushalten, die Förderung einer nachhaltigen Mobilität sowie eine kreative Öffentlichkeitsarbeit, um schließlich die CO2-Emissionen zu senken.

Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sind damit zwei Strategien die miteinander einhergehen und nicht nur dem Klima, sondern auch dem Menschen guttun.

 

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