Klimawandel: Entwicklungsländer am stärksten betroffen

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Weltweit gibt es immer mehr Klimaflüchtlinge

Bereits seit dem letzten Jahrhundert müssen sogenannte Klimaflüchtlinge ihre Heimat verlassen, da die Folgen des Klimawandels ihnen das Leben dort unmöglich machen. Am stärksten betroffen sind die armen Entwicklungsländer. Auf die reichen Industrienationen, den Hauptverursachern der globalen Erwärmung, hat der Klimawandel aufgrund ihrer geografischen Lage bislang noch nicht so drastische Auswirkungen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat untersucht, wie viele Menschen in den nächsten Jahren aufgrund des Klimawandels zu Flüchtlingen werden könnten, wenn keine weltweiten Maßnahmen gegen die globale Erwärmung getroffen werden.

Schon im Jahr 1990 verliessen Millionen Menschen klimabedingt ihr Heimatland. Bereits damals überstieg die Zahl der Klimaflüchtlinge  die offizielle Zahl der Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge. Bis zum Jahr 2050 wird es laut einer Studie von Greenpeace jährlich bis zu 200 Millionen Klimaflüchtlinge geben. Dieses Schicksal erwartet vor allem die ärmsten der armen. Obwohl die Entwicklungsländer so gut wie keinen Anteil an der menschengemachten globalen Erwärmung haben, leiden die Bewohner dort schon heute extrem unter den immer schwierigeren Umweltbedingungen.

Warum die armen Länder so anfällig für die Folgen der globalen Erwärmung sind, erklärt sich grundlegend durch deren geographische Lage. Denn oft liegen sie in Gebieten, in denen sowieso schon wenig Regen fällt. Durch die globale Erwärmung werden die Dürreperioden dort immer ausgeprägter. Brunnen versiegen und Felder können nicht mehr bewässert werden. Da die Einwohner dieser Länder hauptsächlich vom Ackerbau leben, sind klimabedingte Ernteverluste besonders schwer zu verkraften. In anderen Gebieten wiederum führt der Klimawandel zu langanhaltenden Regenfällen und großen Überschwemmungen. Die Bewirtschaftung des Landes wird durch diese Wetterextreme extrem erschwert.

Tom Osborn, ein kenianischer Blogger, erklärt in dem Nachrichtenportal „Huffington Post“, wie sehr sein Heimatland Kenia schon heute genau von dieser Problematik betroffen ist. Dort hätten sich die Wetterverhältnisse in den vergangenen Jahren bereits extrem verändert. Das mache einen effizienten landwirtschaftlichen Betrieb so gut wie unmöglich. Doch die Landwirtschaft sei das Rückgrat Kenias. Ohne sie seien die Menschen dort auf lange Sicht nicht überlebensfähig. Schon heute würden viele junge Kenianer auswandern oder in die Städte ziehen, da sie auf dem Land keine Arbeit mehr fänden. Doch auch dort seien die Bedingungen für sie schwierig, schreibt Osborn. Die Arbeitslosenquote beispielsweise in Nairobi läge unter Jugendlichen bei 60 Prozent. Um sich dennoch ihr Überleben zu sichern, sähen viele von ihnen nur in der Kriminalität einen Ausweg.

Doch Kenia ist nur ein Beispiel für die immer schlechteren Bedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern. Laut Greenpeace sind schon heute mehr als 20 Millionen Menschen auf der Flucht vor den Folgen des Klimawandels. Das sind mehr als die Hälfte der Flüchtlinge weltweit. Die meisten kommen aus Süd- und Ostasien, Afrika, Bangladesch und vieler Inseln im Südpazifik. In den ärmsten Ländern der Welt verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die Menschen dramatisch. Sie haben nicht nur mit den direkten Auswirkungen der globalen Erwärmung zu kämpfen, dort fehlen auch die finanziellen Mittel, um sich an die verändernden Klimabedingungen anzupassen. So entsteht ein Teufelskreis. Die Armut verhindert die Anpassung an den Klimawandel und der Klimawandel verschärft wiederum die Armut.

Laut Greenpeace sind die Flüchtlingsströme nicht mehr zu verhindern. Dennoch sind dringend Maßnahmen zum weltweiten Klimaschutz nötig. Durch ein globales Klimaschutzabkommen könnte die schlimme Lage der Menschen in den Entwicklungsländern wenigstens teilweise gemildert werden. Es bleibt nur abzuwarten und zu hoffen, dass bei der Weltklimakonferenz im Dezember in Paris der Grundstein dafür gelegt wird.

 

 

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