Klimaabkommen im Luftverkehr ebnet ersten Schritt

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ICAO einigt sich auf Klimaausgleich
ICAO einigt sich auf Klimaausgleich

Für viele Menschen ist es inzwischen selbstverständlich, mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen. Ist doch das Flugzeug schließlich das schnellste Verkehrsmittel und eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten der Fernreisen. Doch schadet auch kein Verkehrsmittel dem Klima so stark wie das Flugzeug. Ein erster Schritt ist nun getan: Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation ICAO einigte sich auf einen Klimagasauslgeich.

So müssen einem Beschluss der UN-Luftfahrtorganisation ICAO (International Civil Aviation Organization) die Treibhausgasemissionen des internationalen Luftverkehrs zukünftig kompensiert werden. Mit Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens gibt es somit erstmals einen branchenbezogenen Klimaschutzmechanismus. Zudem kann jeder Staat eigenständig weitere Klimaschutzmaßnahmen für den Luftverkehr ergreifen. Die Vereinbarung zeigt: Globale Klimaschutzmaßnahmen für einen Wirtschaftssektor sind durchaus möglich. Und vor allem im Luftverkehr auch dringend notwendig. Denn die beim Verbrennen von Kerosin entstehenden  klimaschädlichen Abgase – überwiegend aus Wasserdampf, Kohlendioxid und Stickoxiden bestehend – wirken in luftiger Höhe rund dreimal stärker als am Boden und vergrößern so den Treibhauseffekt entsprechend. Ein Beispiel verdeutlicht die klimaschädliche Wirkung: Bei einem Flug von Frankfurt in die Dominikanische Republik entstehen pro Passagier rund 2,8 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Zum Vergleich: Um die Klimaerwärmung in verträglichen Maßen zu halten, dürfte jeder Mensch im Schnitt nur drei Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen, davon eine Tonne für Mobilität. Wer einmal in die Karibik und zurück fliegt, hat sein klimaverträgliches Jahresbudget somit schon deutlich überschritten.

Die ICAO hat sich nun ein kohlenstoffneutrales Wachstum ab dem Jahr ab dem Jahr 2020 als Ziel gesetzt. Hierfür wurde eine so genannte globale marktbasierte Maßnahme (GBMB) vereinbart, die eine schrittweise Kompensation der Treibhausgasemissionen im Luftverkehr vorsieht. Dieses in Stufen eingeteilte Programm soll 2021 zunächst auf freiwilliger Basis starten.

Bis zum Ende der ICAO-Versammlung 2016 hatten sich bereits 65 Staaten bereit erklärt, an dem System teilzunehmen, was einem Anteil von circa 86 Prozent der Weltluftverkehrsleistung entspricht. Darunter finden sich alle EU-Mitgliedstaaten, die USA und China. Ab 2027 ist das System für alle ICAO-Mitgliedstaaten und deren Airlines verpflichtend. Für einige Entwicklungs- und Schwellenländer sowie für Staaten, deren Fluggesellschaften nur eine sehr geringe Menge an Transportleistung erbringen, bestehen jedoch Ausnahmeregeln. Nach den bisherigen Zusagen können schließlich rund 80 Prozent des Wachstums der CO2-Emissionen des internationalen Luftverkehrs zwischen 2020 und 2035 durch wirksame Klimaschutzmaßnahmen kompensiert werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sieht in der Einigung der ICAO zwar einen ersten Schritt, doch müssen weitere Vereinbarungen folgen, um den Luftverkehr auf einen anspruchsvolleren Klimakurs zu bringen. Denn um die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens zu erreichen, ist eine langfristige Strategie zur Dekarbonisierung des gesamten Verkehrs notwendig. So bieten beispielsweise strombasierte Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien für die Luftfahrtbranche zukünftig eine weitere vielversprechende Option. Die globale marktbasierte Maßnahme der ICAO ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

 

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