Welt schränkt Nutzung klimaschädlicher Kältemittel ein

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Kigali-Vereinbarung
Die FKWs in Klimaanlagen gelten als besonders klimaschädlich.

Vor gut einem Jahr sprach der damalige US-Außenminister John Kerry von „einem Riesenschritt nach vorne“. In Kigali konnte eine Einigung zur Reduzierung des Gebrauchs der schwer umweltschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) erzielt werden. Sie werden vor allem in Kühlschränken und Klimaanlagen eingesetzt. Nun ist die Staatengemeinschaft den nächsten Schritt gegangen. Die Nutzung klimaschädlicher Kältemittel wird zukünftig global eingeschränkt. Die nötige Zahl an Ratifikationen der entsprechenden Vereinbarung wurde nun erreicht. Deshalb kann im Jahr 2019 die Kigali-Vereinbarung zum Montrealer Protokoll in Kraft treten.

Diese starke Unterstützung ist das Ergebnis der Vertragsstaatenkonferenz zum Montrealer Protokoll. Die Bundesregierung hatte dementsprechend bereits am 16. November 2017 in New York die völkerrechtliche Ratifikationsurkunde für die Kigali-Vereinbarung hinterlegt. Das Parlament hatte die deutsche Ratifizierung bereits im März beschlossen. Bundestag und Bundesrat gaben ebenfalls ihre Zustimmung. Mittlerweile haben mehr als 20 Staaten die Vereinbarung ratifiziert. Das ist die Mindestanzahl für die Gültigkeit.

So können die Vorgaben, die auch für die Pariser Klimaziele, ab sofort umgesetzt werden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks dazu: „Das ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen den Klimawandel. Zusammen mit der EU haben wir lange dafür gekämpft, den Einsatz der von der Kigali-Vereinbarung erfassten klimaschädlichen Kältemittel zu beschränken. Es war daher nur folgerichtig, den Ratifikationsprozess schnellstmöglich abzuschließen, um zum baldigen Inkrafttreten dieser weltweiten Regelung beizutragen. Mit der frühen Ratifikation Deutschlands wollen wir ein Zeichen der Verlässlichkeit und des Vertrauens setzen und andere animieren, mitzumachen.“

Was bewirkt die Kigali-Vereinbarung?

Die Fluorkohlenwasserstoffe wurden zumeist als Ersatz für die ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) eingesetzt. Letztere waren dafür verantwortlich, dass sich in den Achtzigern ein Ozonloch bildete. 1989 trat das Montreal-Protokoll in Kraft, das die Nutzung weltweit verbot. Es gilt als einer der größten Erfolge globaler Umweltpolitik. Doch der Nutzen für unser Klima ist durch den FKW-Gebrauch stark in Gefahr geraten. Sie sind zwar für die Ozonschicht ungefährlich, haben aber eine extrem starke Treibhauswirkung. Experten sprechen vom mehrere-tausendfachen von CO2. Außerdem sind sie mit über zehn Prozent Wachstumsrate die am schnellsten wachsende Treibhausgasklasse.

In Ruandas Hauptstadt Kigali setzte sich die Staatengemeinschaft vergangenes Jahr für eine Änderung des Montreal-Abkommens ein. Die Vertreter der 197 Staaten einigten sich auf eine rechtlich bindende Vereinbarung zur raschen Senkung des FKW-Verbrauchs. Im Falle ihrer Umsetzung würde sie dazu beitragen das seit Paris angestrebte Ziel, die Erderwärmung um zwei Grad gegenüber dem Stand vor Beginn der Industrialisierung zu verringern.

Bis zum Jahre 2050 soll durch die jetzt beschlossene Reduktion eine Menge an Treibhausgasen eingespart werden, die etwa 65 Milliarden Tonnen CO2 entspricht. Das wären etwa 70 Jahre allein deutscher Emissionen. Das Abkommen enthält Verpflichtungen Produktion und Verbrauch von 17 Fluorkohlenwasserstoffen.

 

Quelle: BMUB