CEO von VW: Kehrtwende für Diesel?

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Kehrtwende für Diesel?
Kehrtwende für Diesel?

Der CEO von VW, Matthias Müller, spricht sich unerwartet für den stufenweisen Abbau von Diesel aus. Er schlägt vor, das Geld stattdessen in grüne Technologien für Mobilität zu investieren. Auch die Steuervergünstigungen für Diesel sollten allmählich abgebaut und in nachhaltigere Technologien investiert werden. Doch woher kommt Müllers plötzliche Kehrtwende für Diesel?

Der Geschäftsführer von VW erklärt: „Ich bin überzeugt, dass wir den Sinn und Zweck von Dieselsubventionen in Frage stellen sollten. Wenn der Wandel hin zu umweltfreundlichen E-Autos gelingt, kann der Diesel Verbrennungsmotor nicht mehr so stark unterstützt werden.“ Dies ist eine starke Aussage für den VW-Chef.

Abbau von Diesel

Über viele Jahre hinweg wusste die Automobilindustrie immer, wohin sie gehen konnte, wenn sich ihr Probleme in den Weg stellten. Waren die CO2-Klimaziele zu hoch, musste Angela Merkel in Brüssel anrufen. War das Ansehen der Autohersteller durch die Abgasaffäre bedroht, musste Verkehrsminister Dobrindt her und die Industrie öffentlich unterstützen. Doch Berlin und Brüssel zeigen sich nicht länger bereit, den Untergang des Verbrennungsmotors zu verlangsamen. Denn der Abbau fossiler Subventionen ist längst überfällig.

Obwohl die jährlichen Steuern für Dieselmodelle relativ hoch sind, gleichen die hohen Subventionen für den Dieselkraftstoff diese Kosten meist wieder aus. Die Steuern für Diesel sind ca. 18 Prozent geringer als für Benzin. Doch solche Unterstützungen für den Diesel müssen bald unterbunden werden. Ein harter Schlag für VW und Co. Doch Müller erklärt, dass dies bald ein notwendiger Schachzug sein wird, um die Mobilität in grünere Technologien zu lenken. Bis jetzt kämpfte die Autoindustrie um „jeden letzten Dieseltropfen“. Doch vielleicht hat VW-Chef Müller darauf keine Lust mehr.

VW-Chef rückt von Diesel-Subventionen ab

Müller spricht klare Worte: „Das Geld könnte sinnvoller in die Förderung umweltschonender Antriebstechniken investiert werden.“ Abstriche bei den Diesel-Subventionen, dafür Anreize für Elektroautos wären „das richtige Signal. Das würden wir aushalten, ohne gleich Existenzängste haben zu müssen.“

Überraschenderweise spricht er sich nicht nur gegen die hohen Diesel-Subventionen aus, sondern auch für die blaue Umweltplakette. Diese hindert zu alte und umweltschädliche Pkws an der Einfahrt in deutsche Städte. Wer keine Plakette hat, muss draußen bleiben. Die Plakette müsse „nur richtig gemacht werden“, sagte der VW-Vorstandsvorsitzende. „Die Vergabe der blauen Plakette sollte also an einen bestimmten Stickoxid-Grenzwert gebunden werden.“ Nur wer darunter liegt, dürfte dann auch künftig in Städte fahren, so Müller.

Vielleicht hat der VW-Chef begriffen, dass das E-Auto den konventionellen Verbrennungsmotor schon längst überholt hat. Springen VW und Co. nicht bald mit auf den Zug der grünen Technologien, könnte es mit der deutschen Automobilindustrie in einigen Jahren vorbei sein. Denn China beispielsweise zeigt sich schon längst bereit, in E-Autos und andere Technologien zu investieren. Wann zieht Deutschland endlich nach?

Elektroautos bald günstiger als Benziner oder Diesel?