Kaufprämie für Elektroautos

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Sie ist da, die Kaufprämie für Elektroautos! Ab Mitte Mai sollen Kunden für reiner E-Autos eine Prämie von 4000 Euro sowie 300 Euro für Hybride mit ergänzendem Verbrennungsmotor – allerdings nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro. Gleichzeitig soll der Ausbau von Ladestationen mit 300 Millionen Euro gefördert werden. Die Kosten von 1,2 Milliarden Euro sollen je zur Hälfte vom Steuerzahler und von den Herstellern getragen werden. Das klingt alles erst einmal sehr gut, doch wie Sinnvoll ist die Kaufprämie wirklich?

Bereits vor den Gesprächen zwischen Vertretern der Bundesregierung und der Fahrzeugbranche hatten sich Umweltverbänden und Branchenexperten kritisch zu der Kaufprämie für Elektroautos geäußert. E-Autos sind gerade hinsichtlich ihres Herstellungs- und Verschrottungsprozesses konventionellen Autos gegenüber nicht wirklich überlegen. Beides benötigt deutlich mehr Energie. Auch der Strom, mit der die Autos „betankt“ werden, stammt selten aus erneuerbaren Energieressourcen. Hinzu kommt, dass vor allem die Automobilhersteller von der Prämie profitieren würden. Diese sind jedoch aktuell mit ihren Gewinnen zum Teil so gut aufgestellt, dass eine staatliche Unterstützung für sie gar nicht von Nöten ist. Auf der anderen Seite hat das Kraftfahrtbundesamt erst vor kurzem nachgewiesen, dass die Hersteller bei den Abgastest getrickst haben. Die Elektroautos sind also nicht ganz so umweltfreundlich, wie man gerne annehmen möchte, und sollen nun auch noch subventioniert werden.

Auch die Konsumenten selbst scheinen nicht ganz an die Kaufprämie für Elektroautos zu glauben. Im Auftrag des Ökostrom-Unternehmens Lichtblick und der Umweltorganisation WWF befragt das Marktforschungsinstituts Yougov zwischen dem 22.03.16 und dem 24.03.16 eine repäsentative Stichmenge von 2.040 Personen zu diesem Thema. Schlussfolgerung: gut 69 Prozent der Deutschen zweifeln daran, dass die Politik mit dieser Fördermaßnahme ihr Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 noch erreichen wird.

„Damit der Verkehrssektor seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet, ist eine schnelle Verbreitung von Elektroautos Pflicht. Die Bundesregierung hat sich selbst das Ziel gesetzt, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, doch davon sind wir meilenweit entfernt. Eine Kaufprämie nützt nur dann, wenn sie so ausgestaltet ist, dass Elektroautos konventionelle Fahrzeuge vom Markt verdrängen,“ , erklärt Viviane Raddatz, Klimaschutz-Expertin vom WWF Deutschland.

Das Ziel von einer Millionen verkaufter Elektroautos scheint auch deshalb so unerreichbar, weil zwar rund ein Drittel der Deutschen sich grundsätzlich vorstellen können, auf ein Elektroauto umzusatteln (etwa die Hälfte würde dabei die staatlichen Zuschuss als Anreiz sehen),, doch sind der Großteil der Elektroauto-Modelle selbst mit Prämie noch viel zu teuer.

Viele sehen das Problem an vor allem bei dem Strom, mit dem die E-Autos betankt werden. So gab die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) an, dass Elektroautos nur dann gefördert werden sollten, wenn sie umweltfreundlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. So erklärt Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von LichtBlick: „Nur Elektroautos, die mit Ökostrom betrieben werden, entlasten das Klima. Die Bundesbürger wollen, dass die Politik ein klares Signal für eine klimafreundliche Verkehrswende setzt.“

Sollte wirklich durchgesetzt werden, dass Elektroautos nur noch mit grünem Strom betankt werden, könnte somit das Interesse an Elektroautos und damit auch an der Prämie steigen. Für Großstädte wie Stuttgart oder Berlin hingegen sind Elektroautos auch bereits jetzt eine gute Alternative. Den Stadtverkehr auf E-Autos umzustellen könnte insbesondere dem zunehmenden Smogproblem, mit dem sich die Städte konfrontiert sehen, entgegen wirken. Weiterhin darf man wohl auf die Forschungen und Entwicklungen der kommenden Jahre hoffen, die an weiteren Optimierungen und neue Möglichkeiten für die Elektroautomobilbranche arbeitet.

 

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