Kampf gegen Plastiktüten erfolgreich: Der Konsum sinkt!

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Plastiktüten beim Einkaufen
Im letzten Jahr ist der Kosum von Plastiktüten um gut ein Drittel gesunken

Am 26. April 2016 unterzeichneten das Bundesumweltministerium und der Handelsverband Deutschland (HDE) eine Vereinbarung zur Einführung einer Bezahlpflicht für Kunststofftragetaschen. Durch diese Vereinbarung sollte die Zahl der Plastiktüten eingedämmt werden. Mittlerweile wurden die ersten Zahlen zum Verbrauch der Tüten veröffentlicht, seit die Vereinbarung in Kraft trat. Das Ergebnis: Die Deutschen verbrauchten 2016 ein Drittel weniger Tüten als im Jahr zuvor.

Damit hat der Deutsche Handel das Ziel für leichte Tragetaschen, das für das Jahr 2025 angesetzt war, bereits fast erreicht. So schreibt die EU-Richtlinie dem Umwelt Bundesamt zufolge vor, dass der Verbrauch von Plastiktüten reduziert werden muss. Bis Ende 2019 sollte die Anzahl auf maximal 90, bis Ende 2025 auf maximal 40 Stück pro Kopf reduziert werden. Wie die Mitgliedstaaten dieses Ziel erreichen, schreibt die Richtlinie nicht vor. Das erste Ziel erreicht Deutschland mit etwa 70 Tüten pro Kopf und Jahr bereits. So bildet die Vereinbarung zwischen Bundesumweltministerium und dem Handelverband in Deutschland nun die Grundlage zum Erreichen der zweiten Vorgabe.

Verdeutlicht wird dies durch aktuelle Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM). In einer Studie stellt die GVM fest, dass sich der Tütenverbrauch 2016 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Milliarden Stück auf 3,6 Milliarden Tüten verringert hat. Während im Jahr 2015 der durchschnittliche Verbrauch bei 68 Tüten pro Kopf lag, waren es im letzten Jahr nur noch 45 Stück.

„Die Reduzierungseffekte durch bezahlpflichtige Tüten waren vor allem im Textileinzelhandel massiv. Modehändler berichten von rückläufigen Umsätzen zwischen 50 bis 80 Prozent“, erklärte HDE-Sprecher Kai Falk. „Die GVM-Zahlen zeigen, dass der deutsche Handel bereits heute das europäische Ziel für 2025 erreicht hat.“

Doch darf man der Vereinbarung allein nicht den Gesamtverdienst an dieser Entwicklung zusprechen. So zeigt die Studie der GVM auch, dass bereits vor der Vereinbarung der Konsum von Kunststofftüten zurückging. Das Umweltbewusstsein der Konsumenten ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für umweltfreundliche Alternativen und bringen zunehmend eigene Tragetaschen mit zum Einkauf, was mit Sicherheit ebenso Einfluss auf das Ergebnis hat. Der Vereinbarung ist Zugute zu halten, dass sie Entwicklung beschleunigt hat und Konsumenten für dieses Thema zunehmend sensibilisiert hat.

Quellen:
https://www.einzelhandel.de/index.php/presse/aktuellemeldungen/item/127648-ein-drittel-weniger-kunststofft%C3%BCten-in-deutschland
http://www.umweltbundesamt.de/themen/ende-der-kostenlosen-plastiktueten-fragen-antworten