Kampagne „Bogner tötet“: Nein zu Echtpelzen!

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Tierschutz - Schluss mit den Echtpelzen
Tierschutz - Schluss mit den Echtpelzen

Das deutsche Tierschutzbüro teilt mit, dass das Modehaus Bogner Echtpelze verkauft, die aus China und Finnland stammen. Die Bedingungen für die Tiere sind dort meist extrem grausam. Die Tiere müssen schlimmste Qualen sowohl bei der Aufzucht als auch bei der Tötung erleiden. Unter dem Titel “Bogner tötet” ruft die Tierschutzorganisation die Bevölkerung daher zum Boykott des Modehauses auf. Bogner selbst verweist lediglich auf ein fragwürdiges Qualitätslabel seiner Pelze.

Über 100 Millionen Tiere weltweit müssen jährlich ihr Leben für die Pelzindustrie lassen. China liefert laut der Tier-schutzorganisation PETA über die Hälfte der fertigen Pelzkleidung für den europäischen und US-amerikanischen Markt. 2011 ging ein Video um die Welt, das einen schockierenden Einblick in die grausame Welt der chinesischen Pelztierzucht gab. Was dort zu sehen ist, ist nichts für schwache Nerven. Es zeigt, auf welche Weise viele der mutmaßlich edlen Echtpelze erzeugt werden, die die meisten Menschen nicht ohne einen gewissen Stolz tragen. Sie sind eine Art Statussymbol, gerade für die Reichen und Schönen. Und tatsächlich macht man eine Art Aussage, wenn man sich mit Echtpelzen schmückt. Die hat allerdings nichts mit gutem Mode-Geschmack zu tun. Das Tragen von Echtpelzen verdeutlicht viel eher die Ignoranz seiner Besitzer. Es zeigt, dass es einem egal ist, wie sehr andere Lebewesen leiden müssen.

Das Video wurde von verdeckten Peta-Ermittlern aufgenommen. Es dokumentiert, dass viele Tiere noch am Leben sind, wenn sie gehäutet werden. Die Arbeiter im Video hängen die Tiere an den Beinen oder Schwänzen auf und ziehen ihnen teils bei lebendigem Leibe das Fell ab. Dann werden sie gemeinsam mit den anderen Tieren wie Abfall auf einen Haufen geworfen. Selbst nach diesem grausamen Vorgang leben einige der Tiere noch bis zu 10 Minuten. Einer der Ermittler konnte Aufnahmen von einem gehäuteten Marderhund machen, der seinen blutigen Kopf hob und in die Kamera starrte, bevor er Minuten später starb.

Auch die Pelze des bekannten Modehauses Bogner stammen laut einem Sprecher des Unternehmens unter anderem aus China. Bogner versichert zwar, nur Pelze mit dem angeblichen Qualitätslabel “OA“ zu verarbeiten. Laut PETA verweist dieses allerdings nur auf die Einhaltung der jeweiligen nationalen Tierschutzgesetze. Doch darum scheren sich vor allem im asiatischen Raum nur die wenigsten Pelztierfarmen. Profitgier und die große Nachfrage vor allem aus Europa sind vielen Züchtern weit mehr wert als die artgerechte Haltung der Tiere. Kontrollen auf Einhaltung der in China ohnehin schwachen Tierschutzvorgaben gibt es nur wenig.

In Finnland, dem zweiten Hauptimportland der Echtpelze Bogners, sind die Bedingungen für die Tiere ähnlich katastrophal. Auch dort wird nicht ausreichend kontrolliert, unter welchen Bedingungen die Tiere leben und sterben müssen. Wie die Veterinäre des in Finnland zuständigen Amts für Lebensmittelsicherheit (EVIRA) in ihren Berichten bestätigen, werden die geltenden Tierschutzgesetze auf finnischen Farmen nur unzureichend eingehalten.

„Entweder weiß Bogner nicht, dass Tiere so gravierend für das Unternehmen leiden oder sie wissen es und ihnen es schlichtweg egal” sagt Jan Peifer, Gründer Deutsches Tierschutzbüros. Die Tierschutzorganisation wirft dem Modehaus vor, mit der Verarbeitung solcher Pelze eine Industrie zu unterstützen, die keinerlei Verantwortung für die Belange der Tiere übernimmt, und die die Tiere grundlos im höchsten Maße quält.

Unter dem Titel “Bogner tötet” führt das Deutsche Tierschutzbüro deshalb aktuell eine bundesweite Informationskampagne durch. Der deutschen Bevölkerung soll bewusst gemacht werden, wie sehr die Pelztiere sinnlos leiden müssen, nur damit einige Menschen sich – ohne jede Notwendigkeit – mit deren Fell schmücken können. Bogner ist eines der letzten Modehäuser, denen scheinbar die Nachfrage nach Echtpelz und der damit verbundene Gewinn noch immer wichtiger ist, als das Ende der sinnlosen Qualen der Tiere. Fast alle anderen Textilanbieter verzichten mittlerweile auf Echtpelz in ihrem Angebot. Das müsse nun auch Bogner tun, fordern die Tierschützer. Mit einem Plakat-Wagen informieren sie die Bevölkerung direkt vor den Bogner Filialen und rufen aus Tierschutz- und Gesundheitsgründen zum Bogner- Boykott auf.

Wer sich über die Kampagne und die Veranstaltungsorte informieren will, kann dies hier tun.

Nachfolgend sehen Sie das PETA-Video, das heimlich in der chinesischen Pelztierfabrik aufgenommen wurde. (Jugendschutzhinweis: Das Video ist auf Grund seines Inhalts und seiner bildlichen Darstellung für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet).

Quelle: Deutsches Tierschutzbüro / PETA

 

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