Kaffee-Alternativen aus Garten, Wiese und Wald

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Bräunliches Pulver auf einem Löffel und in einer Schüssel
"Kaffee"pulver aus der Löwenzahnwurzel. © Nadine Carolin Wahl

Kaffeebohnen werden von weit her importiert, mit viel Energie und großem Aufwand. Doch Kaffee gehört zu den Dingen, von denen sich die meisten Menschen nur schwer trennen können und wollen. Wäre es da nicht verlockend, eine Alternative zu haben, die man selbst sammeln kann?

Alternativen aus Garten, Wiese und Wald

Für Kaffee gibt es nicht nur eine sondern gleich zahlreiche Alternativen, die im Garten, auf Feld und Wiese oder im Wald zu finden sind. Dazu zählen Löwenzahnwurzeln, Eicheln, Lupinen, Getreide, Zichorien, Esskastanien und Hagebutten.

Um aus diesen Pflanzen Kaffee zu machen, der dem aus der Bohne geschmacklich möglichst ähnlich ist, geht man – mit kleinen Abweichungen – immer etwa nach dem selben Prinzip vor…

So wird’s gemacht – Beispiel: Löwenzahnwurzelkaffee

Frisch geerntete Löwenzahnwurzeln © Nadine Carolin Wahl

1) Sammeln und waschen

Um selbst Löwenzahnwurzelkaffee herzustellen, braucht es zunächst einige Löwenzahnwurzeln. Diese kann man mit einer möglichst langen (und schmalen) Schaufel aus dem Garten oder auf der Wiese ausgraben. Die Wurzeln werden von der daran haftenden Erde befreit und gewaschen.

2) Trocknen

Um die Wurzeln zu trocknen, werden sie in dünne Scheiben (etwa 2 – 3 mm) geschnitten. Diese werden ausgebreitet – an einem warmen, trockenen, gut belüfteten Ort – vollständig getrocknet.

Geröstete Löwenzahnwurzeln © Nadine Carolin Wahl

3) Rösten

Der wichtigste Part, um dem Geschmack von Kaffee nahe zu kommen, ist das Rösten. Die getockneten Wurzelstücke werden in einer heißen Pfanne ohne Öl geröstet bis sie sich dunkel verfärben und intensiv riechen.

4) Mahlen

Sind die gerösteten Wurzelstücke abgekühlt, werden sie – zum Beispiel mit einer kleinen Handmühle – gemahlen.

5) Zubereitung

Ab hier gibt es keinen Unterschied mehr zu üblichem Kaffeepulver. Der Kaffee wird einfach mit heißem Wasser aufgebrüht.

Andere Pflanzen

Für die Herstellung von Kaffee aus anderen Pflanzen, ist die Vorgehensweise bzgl. Trocknung und Röstung ähnlich, jedoch mit Abweichungen. Zum Beispiel müssen aus Eicheln die Gerbstoffe zunächst durch ein Wasserbad entfernt werden. Und bei der Hagebutte werden statt Wurzeln geerntet, die Kerne herausgepult und verwendet.

Mischungen – mit Koffein

Wem es bei Kaffee nicht nur auf den Geschmack sondern auch auf das Koffein ankommt, kann das Pulver zum Beispiel mit normalem Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Stoffen, wie etwa Guarana mischen.

In jedem Fall reduziert sich so der Importanteil und die geschmacklichen Nuancen können durchaus interessant sein – gerade auch als Extra gemischt mit üblichem Kaffee.

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Nadine Carolin Wahl schreibt als Freie Autorin über Selbstversorgung und alternative Lebensweisen. Aktuell tüftelt Sie mit Ihrem Partner an der „Ferme de la Culture Sauvage“, dem Hof der Wilden Kultur in den französischen Vogesen.