Energiewende mit Windkraft

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Irland; Bild: Wikisoft (Wiki Commons)

Auch Irland will eine Energiewende realisieren und seinen Bedarf hauptsächlich aus Windkraft speisen. Dafür errichtet Irland Windparks an Land und vor seinen Küsten. Eine weitere Triebfeder ist der Export von „grünem Strom“.

Irland hat seinen National Renewable Energy Action Plan – wie von der EU-Kommission von allen EU-Mitgliedsstaaten gefordert – im Juli 2010 vorgelegt. Darin ist die schrittweise Abkehr von Öl und Gas vorgesehen, die heute 90 Prozent des gesamtem Energieverbrauchs der Insel abdecken, und das Ziel, bis 2020 den Anteil der alternativen Energien am gesamten Energieverbrauch auf 16 Prozent und bei der Elektrizitätserzeugung sogar auf 40 Prozent zu steigern.

Die Kapazitäten für erneuerbare Energien sollen auf 8.339 Megawatt ausgebaut werden, wovon Wind den Löwenteil von 7.145 Megawatt beisteuern wird.

Irland wird Grünstrom-Exporteur

In Zeiten der Finanzkrise will sich Irland auf den Export „grüner Elektrizität“ als zusätzliche Einnahmequelle für den maroden Staatshaushalt spezialisieren. Hierfür eignen sich besonders Megawindparks vor Irlands atlantischer Westküste, wo die weltweit günstigsten Windbedingungen herrschen. Fünf Offshore-Windprojekte mit geschätzten Investitionskosten von acht Milliarden Euro sind in Planung.

Schwachpunkte der geplanten Entwicklung sind die Errichtung geeigneter Stromnetze, das Angebot attraktiver Einspeisetarife und die langwierigen Genehmigungsverfahren in Irland. Die Abstimmung zwischen Behörden, vielfältigen Interessenverbänden und Investoren sei mangelhaft, moniert etwa die Irish Wind Energy Association (IWEA).

Die für den groß angelegten Export notwendigen Verbund-Hochspannungsnetze in andere EU-Staaten haben indessen einen wichtigen Meilenstein erreicht. Im Juni 2011 wurde ein Abkommen mit Großbritannien geschlossen, bis Ende 2011 eine Verbindung zwischen Irland (Dublin) und dem Vereinigten Königreich (North Wales) speziell für Windstrom herzustellen. Damit wäre auch die Perspektive für die Bedienung des europäischen Festlandes mit „grünem Strom von der grünen Insel“ gegeben.

Britische Regierung bester Kunde

Die britische Regierung hat bereits Einspeisetarife für irischen „grünen Strom“ zugesichert. Außerdem haben Irland und das Vereinigte Königreich vereinbart, gemeinsam die Errichtung von Offshore-Windfarmen in den Wirtschaftszonen ihrer Länder zu fördern. Diese Entwicklung wird internationale Investoren ermutigen, nicht nur in britische Windfarmen zu investieren, sondern auch die großen Windressourcen Irlands zu nutzen.

Die Befriedigung des eigenen Bedarfs an erneuerbaren Energien wird weitgehend den Onshore-Windfarmen obliegen. Hier verfügt Irland bereits über eine nennenswerte Produktion, die im Renewable Energy Action Plan auf 2.052 Megawatt geschätzt wird. Bis 2020 soll der Bestand auf 4.737 Megawatt erhöht werden. Die Windstärken liegen auch im Inland der Insel deutlich über dem globalen Durchschnittswert, das Windenergiepotenzial pro Kopf der Bevölkerung ist eines der höchsten weltweit.

Daniel Seemann

 

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