Initiative Becherbonus: Eigener Becher, kleinerer Preis

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Initiative BecherBonus
Initiative BecherBonus

In Deutschland werden jedes Jahr Milliarden von Einwegbechern benutzt und anschließend weggeworfen. Das erzeugt eine gewaltige Müllflut und verschlingt Unmengen an Ressourcen. Um dieser Verschwendung entgegenzuwirken, hat die hessische Umweltministerin Priska Hinz die Initiative „BecherBonus“ ins Leben gerufen. Mit dem Ziel „Ein Bonus für die Umwelt und den Geldbeutel von Bürgerinnen und Bürgern“ soll der hessische Einzelhandel dafür gewonnen werden, den Bechermüll zu reduzieren. Wir verraten, wie es funktioniert.

Nach Schätzungen werden bundesweit derzeit insgesamt ca. 2,6 Milliarden Becher pro Jahr verbraucht. Das sind unglaubliche 320.000 Becher pro Stunde! Allein durch diese Einwegbecher entstehen in Deutschland ca. 40.000 Tonnen Müll im Jahr. „Diese Zahlen zeigen eindrücklich, dass eine Reduktion der Verwendung dieser Einwegbecher einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz darstellen würde“, so die hessische Umweltministerin Priska Hinz.

Bereits seit längerem ist die Becherflut zahlreichen Umweltschützern ein Dorn im Auge. Zu Recht, denn die Milliarden Becher verursachen nicht nur riesige Müllberge, sondern deren Produktion verschlingt auch enorme Mengen an Rohstoffen. Allein für die in Deutschland jährlich hergestellten Einwegbecher sind 64.000 Tonnen Holz, 1,5 Milliarden Liter Wasser,11.000 Tonnen Kunststoff und eine Energiemenge notwendig, mit der sich eine Kleinstadt ein Jahr lang versorgen ließe, teilte im September 2015 die Deutsche Umwelthilfe mit. Der Verein forderte damals im Rahmen seiner Kampagne „Becherheld – Mehrweg to go“ unter anderem die Einführung einer Abgabe auf die Einwegbecher – bislang jedoch ohne Erfolg.

Hinz will nun an anderer Stelle ansetzten. Anstatt die Verbraucher zur Kasse zu bitten, wenn sie einen Einwegbecher kaufen, will sie ihnen Vergünstigungen bieten, wenn sie auf den Einwegbecher verzichten. Wie das funktionieren soll, erklärt Hinz dem hessischen Einzelhandel in einem Brief. Demnach sollen die teilnehmenden Unternehmen den Kunden einen Preisnachlass von mindestens 10 Cent gewähren, wenn sie ihren eigenen Mehrwegbecher mitbringen.

„Mit der Initiative wollen wir Cafés, Bäckereien, Tankstellen und andere Geschäfte, die Heißgetränke für unterwegs verkaufen, dafür gewinnen, den Bechermüll zu reduzieren“, so die Umweltministerin.

Im Gegenzug will das Umweltministerium Cafés, Bäckereien, Tankstellen und andere Geschäfte, die sich der Initiative anschließen, öffentlichkeitswirksam unterstützen. Die Teilnahme soll unter anderem auf der Internetseite http://hessen-nachhaltig.de/de/becherbonus.html veröffentlicht werden.

„Meine Überzeugung ist, dass wir versuchen sollten, jetzt schnellstens gemeinsam und auf freiwilliger Basis viel zu bewirken. Die meisten Bürgerinnen und Bürger wollen sich umweltfreundlich verhalten, sind sich des Ausmaßes der Umweltproblematik von Coffee-to-go-Bechern aber nicht unbedingt bewusst. Deshalb ist es wichtig, den Gebrauch von Mehrweg attraktiver zu machen“, erklärte die Ministerin.

Die Bundesregierung diskutiert derzeit unter anderem die Einführung eines Pfands oder die Erhebung einer Abgabe auf Einwegbecher. Auch freiwilliger Maßnahmen zur Förderung des Gebrauchs von Mehrweggefäßen sind im Gespräch.

Quelle: Bundesumweltportal

 

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