In Jülich scheint die Supersonne

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Zehntausend mal intensiver, als Sonnenstrahlen. Foto: DLR
Zehntausend mal intensiver, als Sonnenstrahlen. Foto: DLR

In unmittelbarer Nähe zur belgischen Grenze arbeiten Forscher an einem neuen Treibstoff. Dieser soll über die Energie der Sonne gewonnen werden. „Synlight“ heißt die künstlich erschaffene Supersonne. Sie besteht aus 149 Hochleistungsstrahlern, die die Intensität normaler Sonnenstrahlen um das Zehntausendfache übertreffen. Am 23. März wurde das Projekt in Jülich bei Aachen eingeweiht.

Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel nahm die Forschungsanlage gemeinsam mit Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Betrieb. Ziel der Anlage „Synlight“ ist unter anderem die Entwicklung von Treibstoff auf Wasserstoffbasis. Dazu wird die Hochleistungssonne zur Produktion genutzt.

149 Xenon-Kurzbogenlampen wurden zu der künstlichen Sonne zusammengesetzt, gebündelt sind sie zehntausend mal so intensiv wie übliche Sonnenstrahlen. Allein das indirekte, von den Wänden abprallende Licht wäre für einen Menschen nicht länger als eine Sekunde aushaltbar.

Die Wissenschaftler wollen mit „Synlight“ Treibstoffe herstellen, die aus den erneuerbaren Energien Sonne und Wasser bestehen. Im Hinterkopf haben sie dabei nicht etwa Autos, sondern vielmehr Flugzeuge. „Bei den Autos glauben wir, dass Elektromobilität eine super Sache ist. Für große Flugzeuge ist es im Augenblick nicht vorstellbar, dass man sie elektrisch antreibt, also mit Batterien ausstattet“, erklärt DLR-Projektleiter Kai Wieghardt.

Die Herstellung von Wasserstoff durch Sonneneinstrahlung ist schon vor Jahren geglückt, allerdings bloß im Labormaßstab. Um solche Prozesse für die Industrie interessanter – also marktreif – zu machen, muss der Maßstab deutlich vergrößert werden. Das ist das Ziel von „Synlight“.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel betonte die Bedeutung der Forschung für die Energiewende: „Um die Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen, brauchen wir den praktischen Ausbau vorhandener Technik. Aber ohne Investitionen in innovative Forschung, in modernste Technologien und auch in weltweite Leuchtturmprojekte wie Synlight wird die Energiewende stecken bleiben.“

Das DLR-Institut für Solarforschung errichtete die Forschungsanlage in den vergangenen zwei Jahren in einem vom Technologiezentrum Jülich erstellten Gebäude und mietete es langfristig zum Betrieb von Synlight an. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützte das Projekt mit 2,4 Millionen Euro, rund 70 Prozent der Gesamtsumme von 3,5 Millionen Euro. Die Differenz von 1,1 Millionen Euro wurde durch das Bundeswirtschaftsministerium erbracht.

Quelle: DLR