In der Weihnachtsbäckerei gibt‘s so manchen Klimatod

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Christmas Sustainable
Christmas Sustainable

Weihnachten – die Zeit der Zimtsterne, Vanillekipferl und Macarons. Gerade Kekse zu backen ist für viele Adventsenthusiasten ein wichtiger Bestandteil der Vorweihnachts-Rituale. Wer jedoch im letztes Jahr um diese Zeit gerne ein paar Kekse backen wollte, den traf wohl spätesten im fünften Supermarkt die Erkenntnis: Es gibt kein Haselnüsse mehr! Aufgrund einer Frostnacht im vorangegangenen März in der Türkei wurde gut die Hälfte der türkischen Ernte zerstört. Auch in diesem Jahr sind beliebten Nüsse knapp. Auch andere Produkte, wie Mandeln, Kaffee, Bananen und Orangen, erfahren immer öfter Missernten. Ist die Weihnachtsbäckerei in Gefahr?

Im Oktober 2015 veröffentlichte der WWF den Bericht „Die Ruhe vor dem Sturm“, in dem er am Beispiel von Kaffee, Bananen, Orangen und Haselnüssen auf die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensmittelproduktion hinweist. Die extremen Temperatur- und Niederschlagsveränderungen werden in Zukunft nicht nur die genannten Beispiele beeinflussen, sondern auch bei anderen Agrarprodukten für Ernteausfälle sorgen. Durch diese Verknappung wiederum werden die Lebensmittelpreise weiter steigen.

Insbesondere für die Weihnachtszeit könnte dies einschneidende Folgen haben. „Der Klimawandel wird unser Lebensmittelangebot verändern. Weihnachtsklassiker könnten sich durch zunehmende Ernteausfälle stark verteuern oder zeitweise gar nicht mehr verfügbar sein“, erklärt Thilo Pommerening, Referent für Klimaschutz beim WWF Deutschland.

Zentrale Ergebnisse des Berichts sind:

  • Die Hälfte des weltweiten Kaffeeanbaus findet in Brasilien und Vietnam statt und ist dort ein wichtiges ökonomisches Standbein. In den letzten Dekaden kam es dort bereits zu drastischen Ernteeinbußen.
  • Bis 2050 wird mit einem Verlust von 50% der weltweit für den Kaffeeanbau geeigneten Gebiete gerechnet.
  • In Ecuador, dem weltgrößten Bananenexporteur, ist der Anbau von Dürren bedroht. Die Landwirtschaft verbraucht bereits heute über 80% des entnommenen Frischwassers. In Kolumbien, dem drittgrößten Bananenexporteur, könnten bis 2060 etwa 60% der heute für den Bananenanbau geeigneten Flächen durch den Klimawandel unbrauchbar werden.
  • Etwa die Hälfte des weltweit konsumierten Orangensafts kommt aus Brasilien. Die Orangen dafür werden vor allem im Bundesstaat São Paulo angebaut. In den letzten Jahren hat sich der Anbau dort auch aufgrund veränderter Temperatur- und Niederschlagsbedingungen weiter nach Süden verlagert.
  • Etwa 70% der Haselnüsse werden in der Türkei angebaut. Nach einem besonders milden Winter in der Türkei reichte eine Frostnacht aus, um die Ernte zu halbieren und den Weltmarktpreis mehr als zu verdoppeln.

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In Paris wird also nicht nur einfach um eine Grenze des Temperaturanstiegs verhandelt. Es wird um die Zukunft unserer Lebensmittel – und auch unserer Weihnachtskekse – verhandelt. Entsprechend fordert der WWF die Staatengemeinschaft auf, die Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren und nachhaltige Hilfe für Anbauländer breitzustellen. Doch auch der Verbraucher selbst muss sich beteiligen. Gerade jetzt, in der Weihnachtszeit, ist es umso wichtiger auf nachhaltige Produkte zurück zu greifen – damit auch in zehn Jahren Kinder gut gelaunt „In der Weihnachtsbäckerei“ singen können.

Quelle:
http://www.wwf.de/2015/dezember/dem-zimtstern-droht-der-klimatod/

 

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