Wohin nun mit unserem Plastikmüll?

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Durch Chinas Importstopp von Plastikmüll muss Deutschland seine Müllberge nun selbst bewältigen
Chinas Importstopp von Plastikmüll stellt Deutschland vor eine neue Herausforderung

Bisher entsorgen Deutschland und viele weitere Länder ganz einfach ihren Plastikmüll, indem sie ihn nach China exportierten. Doch damit ist jetzt Schluss. Denn China wird immer umweltbewusster und möchte nun sein eigenes Recyclingsystem aufbauen. Und dazu hat die Volksrepublik zum Anfang des Jahres den Import von mehreren Verschiedenen Sorten Abfall gestoppt. Nun müssen sich die Länder selbst mit der Entsorgung ihres Plastikmülls befassen. Doch laut Deutscher Umwelthilfe und Naturschutzbund hat das nicht nur Nachteile.

Das Importverbot in China trifft Deutschland härter, als mancher denkt. Denn allein 2016 haben wir über 560.000 Tonnen unseres Alt-Plastikmülls dorthin exportiert. Seit Jahresbeginn importiert die Volksrepublik nun keinen unsortierten Plastikmüll mehr, ab März sogar nicht einmal mehr sortierten. Doch was bedeutet das nun für uns?

Bisher noch zu viel neuer Plastikmüll

Von Jahr zu Jahr steigt unser Verbrauch an Verpackungen trotz des Vermeidungsgedankens der Abfallpolitik. Dabei wurden Überkapazitäten in der Müllverbrennung immer weiter geduldet, während der Ausbau von Kapazitäten beim Recycling jedoch kaum vorangetrieben wurde. Zum 01.01.2019 soll nun allerdings das neue Verpackungsgesetz inkrafttreten. Dies sieht unter anderem vor, die Recyclingquote von 36 auf 63 Prozent zu erhöhen. Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hält die im Gesetz festgelegten Regelungen zur Erarbeitung der Mindeststandards zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen jedoch nicht für sehr geeignet. Denn die Entwicklung dieser Standards soll erst beginnen, wenn das neue Gesetz wirksam ist. Dabei dauert es jedoch zu lange, bis eine geeignete Lösung gefunden ist. Außerdem ist bisher noch nicht klar, in welchem Maße die erarbeiteten Vorgaben für Hersteller verbindlich sein werden.

Situation zwingt zum Handeln

Bisher herrscht in Deutschland noch das Problem, dass es kaum Abnehmer für recycelte Materialien gibt, da Hersteller lieber auf günstigere Neumaterialien zurückgreifen. Zudem gibt es immer mehr Kunststoffabfälle, die nur schwer zu recyceln sind. Und genau deshalb sehen DUH und der Naturschutzbund (NABU) in dem neuen Importverbot eine Chance für Deutschland. Denn dadurch wird die Bundesrepublik nun zu Lösungsstrategien und einer besseren Kreislaufwirtschaft gezwungen. Denn nur eine konsequente Abfallvermeidungspolitik und die Einführung verbindlicher Standards zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen können die Probleme, vor denen wir durch den Importstopp in China stehen, lösen.

Der größte Schritt besteht dabei darin, das Verwenden von recycelten Materialien attraktiver für Hersteller zu machen. Dazu benötigen wir zum einen einen stärkeren Ausbau von Sortierungsanlagen und Recyclingkapazitäten, zum anderen muss ökologisches Handeln sich für Hersteller mehr lohnen. So sollten die Produzenten von nicht-recycelbaren Produkten stärker zur Kasse gebeten werden, damit der Preisunterschied zwischen der Herstellung mit Neumaterialien gegenüber der mit recycelten Materialien ein größerer Ansporn wird.

Quellen: DUH, NABU

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