IEA: Tote durch Luftverschmutzung leicht halbierbar

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Luftverschmutzung - Internationale Energieagentur
Luftverschmutzung - Internationale Energieagentur

Laut des gestern veröffentlichten World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur (IEA) würden schon geringe Investitionen ausreichen, um bis 2040 die Zahl frühzeitiger Todesfälle wegen Luftverschmutzung zu halbieren. Der Schlüssel liege vor allem im Energiesektor, der laut IEA „größten menschengemachten Quelle für Luftschadstoffe“.

Saubere Luft ist ein wichtiger Faktor für unsere Gesundheit. Doch in vielen Ballungszentren nimmt die Schadstoff-konzentration von Jahr zu Jahr zu. In einigen großen Städten, wie Shanghai, Mumbai oder Mexiko City liegt derart viel Smog über den Dächern, dass die Menschen dort nur noch mit Atemmaske vor die Tür gehen können. Atmen wir zu viel und über einen zu langen Zeitraum Feinstaub und andere Luftschadstoffe ein, erhöht sich die Gefahr, an Atmenwegserkrankungen oder sogar Krebs zu erkranken deutlich.

Etwa 6.5 Millionen Menschen sterben dem Bericht der IEA zufolge jedes Jahr vorzeitig wegen Luftverschmutzung. Dabei, so die Autoren, seien die Technologien zur Bekämpfung bzw. Vermeidung von Luftschadstoffen eigentlich verfügbar. Der größte Teil der giftigen Partikel werde im Energiesektor verursacht, schreibt die IEA. Deshalb gelte es insbesondere hier in saubere Technologien zu investieren.

Die IEA hat im Rahmen der Studie zahlreiche große Städte in verschiedenen Teilen der Erde hinsichtlich Luftqualität und frühzeitiger Todesfälle untersucht. Darüber hinaus analysierten die Autoren anhand vier verschiedener Szenarien, welche Entwicklungen in Zukunft zu erwarten sind. Darunter ein Szenario, in dem die energiebedingte Luftverschmutzung durch Investitionen in saubere Energietechnik stark verringert wird, sowie eines, bei dem der Energiesektor keinerlei Anstrengungen im Kampf gegen Luftschadstoffe unternimmt.

Das Ergebnis zeigt, dass schon mit geringen Investitionen eine deutliche Verbesserung erreicht werden kann. Demnach könne bei einer zielführenden Energiepolitik hin zu sauberen Technologien bereits ein Investitions-Plus von sieben Prozent ausreichen, um bis 2040 die Zahl der frühzeitigen Todesfälle zu halbieren. Sollten die Schadstoffemissionen jedoch auf demselben Level bleiben wie momentan, rechnet die IEA mit einem Anstieg der Todesfälle bis 2040 auf 7,5 Millionen. Die IEA schreibt, das mache die energiebedingte Luftverschmutzung zur viertgrößten Gefahr für die Gesundheit – nach Rauchen, Bluthochdruck und Unterernährung.

Die IEA kommt zu dem Schluss, dass nahezu alle Menschen weltweit, die in größeren Städten leben, einer Schadstoffbelastung ausgesetzt sind, die die von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegten Grenzwerte deutlich überschreitet. Der Hauptverursacher sei die Energieerzeugung und -nutzung. Dabei entstehen Schwefel- und Stickoxide, laut IEA bestehen 85 Prozent aller gesundheitsschädlicher Emissionen aus solchen Partikeln. Millionen Tonnen davon würden jedes Jahr von Kraftwerken, Verkehr und Industrie ausgestoßen. Doch auch die Verbrennung von Holz, Biomasse und Kohle auf Kochstellen trage zur hohen Luftverschmutzung bei.

“Saubere Luft ist ein grundlegendes Menschenrecht. Doch bisher steht sie dem Großteil der Weltbevölkerung nicht zur Verfügung“, erklärte IEA-Chef Fatih Birol bei der Veröffentlichung des Reports. Neben den Investitionen in saubere Energietechnik zur Strom- und Wärmeerzeugung empfiehlt die IEA unter anderem, den Menschen emissionsfreie Kochstellen zur Verfügung zu stellen. Daneben gelte es in Erneuerbare-Energien-Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung zu investieren, die Energieeffizienz von Kraftwerken zu erhöhen, die Luftqualität besser zu überwachen und die zulässigen Grenzwerte zu verringern.

Quelle:IEA

 

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