Klimawandel: CO2-Einsparung versus Geo-Engineering

,

Geo-Engineering
Geo-Engineering

Einige Wissenschaftler behaupten, zur Rettung des Weltklimas durch die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen sei es bereits zu spät. Die Erde wird sich dennoch erwärmen, und das wahrscheinlich weit über die weltweit vereinbarten zwei Grad hinaus. Doch es gibt vielleicht noch eine andere Lösung, glauben sie: Die gezielte Wettermanipulation, auch Geo-Engineering genannt. Doch was ist wirklich sinnvoller: CO2-Einsparung oder Geo-Engineering? Und wo liegen die Gefahren gezielter Wetterbeeinflussung? Darum geht es in unserem heutigen HYPERRAUM.TV Beitrag.

Bereits 2011 erschien ein Bericht des Bundesumwelt-ministerium zum Thema Wettermanipulationen. Das Fazit damals: Will man das Zwei-Grad-Ziel einhalten, kommt man um die gezielte Beeinflussung des Wetters wahrscheinlich nicht herum. Auch immer mehr Wissenschaftler sind der Ansicht, Geo-Engineering sei der bestmögliche und womöglich sogar einzige Weg, die globale Erwärmung noch aufzuhalten. Allein durch die Einsparung von CO2 und anderen Treibhausgasen sei sie nicht mehr zu verhindern.

Seit Beginn der Industrialisierung hat die Menschheit durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe viele Milliarden Tonnen CO2 in die empfindliche und für uns lebensnotwendige Erdatmosphäre geblasen. CO2 ist ein sogenanntes langlebiges Treibhausgas, das für viele Jahrhunderte in der Atmosphäre, bleibt bevor es zerfällt. Dort sorgt es dafür, dass die Sonnenstrahlen nicht mehr zurück ins Welall gelangen können, sondern reflektiert sie zurück auf die Erde. Die Folge ist, dass es, ähnlich wie in einem Treibhaus, immer wärmer wird. Durch die lange Lebensdauer von CO2 kumuliert sich dieser Effekt und hält selbst dann noch Jahrhunderte an, wenn weniger oder kein CO2 mehr freigesetzt wird.

Und genau dort liegt das Problem. Durch den kumulierten Effekt und die Langlebigkeit des Gases wird es noch über viele Jahrhunderte immer wärmer auf unserem Planeten – selbst wenn wir die Emissionen bald deutlich verringern oder sogar ganz stoppen werden. Der International Panel on Climate Change fasste diese Tatsache in einem Klimabericht passen zusammen: „Die CO2-induzierte Erwärmung wird nach einer völligen Einstellung aller Emissionen voraussichtlich mehrere hundert Jahre konstant bleiben.“

Daher sei der Klimawandel nur durch die Einsparung von CO2 allein nicht mehr zu verhindern, sagen viele Wissenschaftler. Doch es gibt möglicherweise eine andere Lösung: Der menschlichen Eingriff ins Klima als Gegenmaßnahme zum menschlichen Eingriff ins Klima“ – Geo-Engineering. Dabei diskutiert die Wissenschaft zwei verschiedene Ansätze: Zum einen das sogenannte Solar Radiation Management. Dabei geht es um Methoden, um die einfallenden Sonnenstrahlen gar nicht erst in die Erdatmosphäre gelangen zu lassen – durch tausende Nano-Spiegel oberhalb der Stratosphäre beispielsweise oder die Möglichkeit, das Licht durch manipulierte Wolken wieder ins Weltall zu reflektieren. Der zweite Ansatz der Forscher: Bereits freigesetztes CO2 könnte wieder absorbiert werden, beispielsweise durch die Anreicherung der Meere mit Substanzen, die das Algen- oder Planktonwachstum anregen. Das Meer ist ein gigantischer CO2-Speicher. Durch mehr Pflanzen könnte auch deutlich mehr CO2 aufgenommen werden, so die Theorie.

Viele Wissenschaftler allerdings warnen vor den unkalkulierbaren Risiken, die beide Methoden bergen können. Geo-Engineering, so vielversprechend sich es anhört, ist eine Technologie, die noch in den Kinderschuhen steckt. Man könne die globalen Auswirkungen solcher Experimente nicht vorhersehen. Auch die Langzeitfolgen seien noch nicht hinreichend erforscht. Dennoch: Auch wenn die Bemühungen vieler Nationen zur Verringerung der CO2-Emissionen in den letzten Jahren zugenommen haben und Politiker führender Industrienationen von einer globalen Dekabonisierung sprechen – die messbaren Ergebnisse dieser Anstrengungen verpuffen teils wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es wird heißer auf der Erde, und das schon heute deutlich spürbar.

Und so werden die Stimmen immer lauter, die fordern, dem Klimawandel aktiv durch den Einsatz moderner Technologien zur Wetterbeeinflussung zu begegnen, anstatt die Welt mühsam und langsam zur Verringerung der Emissionen zu bewegen. CO2-Einsparung versus Geo-Enginnering. Was sind die Vorteile beider Methoden, was die Gefahren? Wie sieht es mit Geo-Engineering rechtlich aus? Darum geht es unter anderem im nachfolgenden HYPERRAUM.TV Beitrag. Wir wünschen Ihnen dabei viel Vergnügen.

 

Leave a Reply