Hohes Investoreninteresse für Photovoltaik in Portugal, Spanien und Irland – doch Politik gefragt

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In Portugal, Spanien und Irland gibt es einen wachsenden Antragsstau für den Bau von Solarparks mit einem Volumen von über 13 Gigawatt. Um diese rasch zu realisieren müssen jedoch regulatorische Hemmnisse abgebaut werden, so die Unternehmensberatung IHS Markit.

Zuerst die schlechte Nachricht: IHS Analystin Josefin Berg geht davon aus, dass der Markt für Solarparks in Europa im kommenden Jahr um 40 Prozent einbrechen wird. Dies gilt insbesonders für Großbritannien, wo vor allem größere Photovoltaikprojekte in den vergangenen zwei Jahren boomten, jedoch bereits die frühere britische konservative Regierung die Förderbedingungen stark kappte. Die gute Nachricht: Ein großer Teil des Marktrückgangs könnte durch eine verstärkte Nachfrage in anderen europäischen Ländern, vor allem Irland, Portugal und Spanien aufgefangen werden. Mittlerweile hat sich in den drei Ländern ein Antragsstau von über 13 Gigawatt (GW) für den Bau für Photovoltaik-Freiflächenanlagen gebildet, so IHS Markit.

Spanien war bis 2008 ein „Hotspot“ des PV-Marktes, vor allem aufgrund einer sehr großzügigen Förderung durch Einspeisetarife. Die Regierung schraubte dies als Gegenreaktion drastisch zurück und erließ sogar rückwirkende „Strafregelungen“ und würgte auf diese Weise den Solarmarkt beinahe vollständig ab. Derzeit gibt es laut Berg 8 GW an PV-Projekten, die geplant wurden und zum Teil schon eine Zusage für einen Netzanschluss erhalten haben. Jüngst veröffentlichte nun die Regierung Pläne für Ausschreibungen zum Bau der Parks und Berg erhofft sich hierdurch eine entsprechende Marktbelebung.

Geplante Solarparks mit einer Leistung von 2,3 GW haben momentan in Portugal schon eine Netzanschlussgenehmigung, so Berg. Doch sie warten noch auf die Veröffentlichung von Förderrichtlinien wie beispielsweise Ausschreibungen durch die Regierung. Eine reine Finanzierung über den Stromhandel hält Berg für schwierig.

Als aussichtsreichsten neuen europäischen Markt sieht IHS Markit Irland. Dort hat sich eine Projektpipeline für Solarparks in Höhe von 3 GW aufgebaut, die sich in unterschiedlichen Genehmigungsstadien befinden. Die Regierung bereitet derzeit ein Fördersystem für das kommende Jahr vor. „Wenn die Rahmbedingungen entsprechend zuverlässig und attraktiv sind, rechne ich damit, dass ein Bauboom bei Solarparks in dem Land einsetzen wird“, betont Berg.

 

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